Waffen bei Rechtsextremisten beschlagnahmt
Aktualisiert

Waffen bei Rechtsextremisten beschlagnahmt

Die Polizei hat bei zwei Rechtsextremisten in Bad Oeynhausen Maschinengewehre und -pistolen sichergestellt.

Gegen die beiden 31 und 20 Jahre alten Manner wurde Haftbefehl wegen des Verdachtes des Verstosses gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz beantragt, wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Freitag in Bielefeld mitteilten.

Bei den Beschuldigten handelt es sich nach Angaben der Polizei um Führungsfiguren in dem etwa 80 Mitglieder starken «Europäischen Darstellungsverein für lebendige Geschichte» (EDLG), der mit Gleichgesinnten in aller Welt historische Schlachten mit möglichst originalgetreuen Uniformen darstellt. «Besonderheit des EDLG ist, dass er sich die 'Waffen-SS' zum Vorbild genommen hat und vorzugsweise als 'Leibstandarte SS Adolf Hitler (LAH)' auftritt», berichtete die Staatsanwaltschaft. Von den rund 80 Vereinsmitgliedern stünden etwa 30 ideologisch den Ideen des Nationalsozialismus nahe.

Um möglichen Schwierigkeiten in Deutschland auszuweichen, führten die Vereinsangehörigen ihre Übungen laut Polizei überwiegend im Ausland durch. Bei nachgestellten Kampfhandlungen in Tschechien und oder der Slowakei würden auch Waffen benutzt. Dort ist für sie dann das Tragen der SS-Uniformen laut Verfassungsschutz dann «meist obligatorisch».

Das Bundesamt für Verfassungsschutz hatte den Verein seit Anfang 2004 beobachtet und dabei Hinweise auf Verstösse gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz erhalten. Bei den daraufhin nun durchgeführten Durchsuchungen wurden nach Angaben der Polizei unter anderem zwei Maschinenpistolen MP 40, ein Maschinengewehr und eine Maschinenpistole sowjetischer Herkunft sichergestellt. Zum Teil seien die Waffen allerdings nicht funktionsfähig gewesen, berichtete die Polizei. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Bielefeld, Harald Krahmüller, betonte, es gebe auch keine Hinweise, dass die beiden Verdächtigen geplant hätten, die Waffen für andere Zwecke als die «Kriegsspiele» zu verwenden.

Bei den Tatverdächtigen handelt es sich um den 31-jährigen Vereinsvorsitzenden und ein 20-jähriges Vereinsmitglied. Der Vereinsvorsitzende wurde laut Polizei bereits mehrfach wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Verstössen gegen das Waffengesetz und anderer Delikte verurteilt. Der 20-Jährige wurde mehrfach wegen «allgemeinkrimineller Straftaten» verurteilt, wie die Polizei mitteilte.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Fritz Behrens mahnte angesichts der Durchsuchungen: «SS-Uniformen sind kein Spielzeug für Erwachsene. Wer dies tut, identifiziert sich mit der auf Hitler persönlich vereidigten Elite-Truppe und dokumentiert dies auch nach aussen.» (dapd)

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