Aktualisiert 24.06.2004 20:05

Waffen im Schulzimmer: Pädagoge schlägt Alarm

Der Präsident der Schulleiter-Vereinigung des Kantons Zürich ist besorgt: Immer häufiger kommen Kinder bewaffnet zur Schule. Nun wird ein härteres Durchgreifen gefordert.

Jeden Monat erwischt Peter Gerber (46) auf dem Pausenplatz oder in der Klasse einen bewaffneten Schüler. «Die haben alles Mögliche bei sich: Klapp- und Schmetterlingsmesser sowie Wurfsterne und Softair-Guns», erzählt der Oberstufenlehrer und kantonale Schulleiter-Präsident. «Ein Schüler hat vor nicht allzu langer Zeit Wurfsterne auf die Klassentüre geschleudert», so Gerber. Am schlimmsten sei es jeweils nach den Ferien: «Dann kommen die Kids wieder mit den neusten Waffen aus dem Ausland im Hosensack zur Schule.» Laut Gerber prahlen sie dann damit bei ihren Kollegen.

Sein Schulhaus Mettmenriet in Bülach sei repräsentativ für die Zustände im Kanton Zürich: «Ich weiss von unzähligen Schulleitern, die mit denselben Problemen zu kämpfen haben», so Gerber. Er fordert von den Lehrern, den Schülern klare Leitplanken zu setzen. Für Gerber ist klar: «Ich ziehe die Waffen jeweils konsequent ein und die Eltern müssen sie dann bei mir abholen.» Laut dem «Zürcher Unterländer» ist soeben in Dällikon wie schon in anderen Zürcher Schulgemeinden ein Waffentragverbot verhängt worden.

Sandra Hänni

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