Grossandrang: Waffenabgabe: Viele waren noch geladen
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GrossandrangWaffenabgabe: Viele waren noch geladen

Sie standen vor dem Zeughaus Schlange und so manchem blutete das Herz: Hunderte von Basler entsorgten am Samstag ihre Waffen.

von
Anna Luethi

Statt auf den Gehstock stützen sich viele der meist älteren Herren auf ihre Karabiner ab: Am Samstag pilgerten hunderte Basler mit total 799 ausgedienten Waffen zum Zeughaus, um diese dort abzugeben. «Damit hat schon mein Vater geschossen», sagt ein Mann und streicht über das Holz eines alten Sportgewehrs. Eine nächste Generation an Hobbyschützen gibt es in der Familie nicht – deshalb muss die Waffe weg. Eine Quittung des Abgabescheins ist alles, was dem Mann bleibt.

«Der Andrang ist massiv», sagt Herbert Benz vom Waffenbüro. Abgegeben wurden vor allem Armeewaffen, aber auch eine Pump-Action, Mini-Pistolen und Western-Revolver waren dabei. Hinzu kamen Bajonette, Dolche und Messer sowie einige hundert Kilo Munition.

«Nach zwei Stunden war schon so viel beisammen, wie wir sonst über ein ganzes Jahr einsammeln», so Benz. Das Material landet im Ofen einer Giesserei oder im Schredder.

Auch Kurioses gab es: Ein Herr etwa meldete, dass seit Jahren eine Handgranate in seinem Gartenhaus liege. Die wenigen Damen kamen mit Einkaufswägelchen und gaben Revolver und Pistolen von verstorbenen Vätern oder Gatten ab – oft waren die Waffen geladen.

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