Waffendiebstahl: Keine Spur von einer Spur
Aktualisiert

Waffendiebstahl: Keine Spur von einer Spur

Obwohl zur Aufklärung des bisher grössten Waffendiebstahls aus Beständen der Armee laut VBS das «volle Programm» zur Ergreifung der Täter gestartet worden ist, fehlt von den Dieben jede Spur.

Nach dem spektakulären Waffendiebstahl aus einer Truppenunterkunft im freiburgischen Marly werden vorerst keine zusätzlichen Sicherungsmassnahmen getroffen. Dies sagte Armeesprecher Felix Endrich auf Anfrage. Von der Täterschaft des bisher grössten Armeewaffendiebstahls fehlte am Dienstag vorerst weiter jede Spur.

Erst nach dem Vorliegen von Resultaten aus der Beweisaufnahme könnten die geltenden Sicherheitsvorschriften für Waffenkammern überprüft und allenfalls ergänzt werden, führte Endrich weiter aus. Im Fall des Waffendiebstahls von Marly würde zuerst abgeklärt, ob sich die Truppe gemäss den Vorschriften verhalten habe. Aufgrund der geltenden Vorschriften seien Waffenkammern entweder ständig zu bewachen oder die Waffen in diebstahlsicheren Räumen unterzubringen. Wo dies nicht möglich sei, müssten die Verschlüsse aus automatischen Waffen entfernt und im Wachlokal aufbewahrt werden.

Laut Informationschef Martin Immenhauser von der Militärjustiz fehlte am Dienstag noch jede Spur von den Dieben. Sie brachen in der Nacht auf Montag in die Zivilschutzanlage in Marly ein, die derzeit im Rahmen eines Wiederholungskurses der Kompanie 3 des Führungsunterstützungsbataillons 15 der Logistikbrigade 1 als Truppenunterkunft dient. Dabei sind 82 Sturmgewehre, drei Pistolen und 43 Einheiten Taschenmunition GP90, was 2.150 Schuss entspricht, gestohlen worden. Die Diebe, die Türen zur Truppenunterkunft, zum Munitionsmagazin und zur Waffenkammer aufbrachen, nahmen auch zehn Nachtsichtgeräte und drei Infrarot-Pointer mit. Nach Angaben von Immenhauser beläuft sich die Deliktssumme auf einen sechsstelligen Betrag. Allein der Diebstahl des Militärmaterials bedeute aber noch kein Gefahrenpotenzial für die Öffentlichkeit. (dapd)

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