Aktualisiert 13.08.2009 15:25

BerlinWaffenfunde bei Neonazis

Bei einer Razzia gegen Neonazis hat die Berliner Polizei elf Wohnungen von Mitgliedern der rechtsextremistischen Organisation «Frontbann 24» durchsucht.

Dabei wurden am Donnerstag Uniformteile mit Abzeichen sowie Waffen und Betäubungsmittel sichergestellt. Ausserdem fanden die Beamten Werbemittel mit Hakenkreuzen, wie ein Polizeisprecher erklärte.

Elf Männern im Alter von 20 bis 46 Jahren und einer 39-Jährigen wird das öffentliche Tragen von Uniformen und Zeichen des «Frontbann 24» als «Ausdruck einer gemeinsamen, den Nationalsozialismus glorifizierenden politischen Gesinnung vorgeworfen», erklärte der Sprecher. Dies sei ein Verstoss gegen das Versammlungsgesetz, nach dem es nicht erlaubt sei, uniformiert zu demonstrieren.

Die Gruppierung knüpfe an den 1924 als Vorläufer der nationalsozialistischen «SA» gegründeten «Frontbann» an und erinnere in ihrer Aufbauorganisation, ihren Symbolen und dem Auftreten ihrer Mitglieder bewusst an ihr historisches «Vorbild» aus den 20er Jahren, hiess es weiter.

Verstoss gegen Waffengesetz

Der gut zweistündige Einsatz mit 60 Beamten habe im gesamten Stadtgebiet stattgefunden, mit einem Schwerpunkt im Ortsteil Oberschöneweide im Bezirk Treptow-Köpenick, sagte der Sprecher. Festnahmen gab es nicht. Die Ermittler leiteten Verfahren wegen Verstössen gegen das Waffen- und das Betäubungsmittelgesetz sowie wegen Verbreitens von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen ein.

«Frontbann 24» zählt nach Angaben des Berliner Verfassungsschutzes zu einer der am schnellsten wachsenden Neonazi-Organisationen in Berlin. Die Gruppe ist seit Ende 2008 aktiv. Ende Juni hatte sie einem Bericht zufolge rund 60 Mitglieder. Einige von ihnen nahmen auch an einer NPD-Kundgebung am 1. Mai in Köpenick teil. (dapd)

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