Aktualisiert 24.05.2007 19:27

Waffenruhe im Nordlibanon gebrochen

Schweres Maschinengewehrfeuer hat die Waffenruhe zwischen libanesischen Streitkräften und militanten Palästinensern im Flüchtlingslager Nahr el-Bared zerrissen.

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen hatten Kämpfer der Fatah Islam Militärstellungen beschossen. Die Soldaten hätten das Feuer erwidert. Die libanesischen Truppen würden ihrerseits kein Gefecht auslösen, im Fall eines Angriffs aber zurückschiessen. Bis zum Sonnenuntergang hatten nur sporadische Gewehrschüssen die zweitägige Waffenruhe gestört.

Die libanesischen Streitkräfte hatten zuvor das Lager umstellt, waren aber nicht weiter vorgerückt. Ministerpräsident Fuad Siniora kündigte einen entschlossenen Kampf gegen die islamischen Extremisten an. In einer Fernsehansprache bezeichnete er die Fatah Islam sei eine terroristische Organisation, die versuche, aus dem Leid des palästinensischen Volkes Profit zu ziehen. Gleichzeitig sicherte der Regierungschef zu, die Zivilbevölkerung im Flüchtlingslager Nahr el Bared zu schonen.

Im Gazastreifen bot eine militante palästinensische Gruppe mit möglichen Verbindungen zum Terrornetzwerk Al Kaida der Fatah Islam ihre Unterstützung an. Es gebe Muslime im Osten und Westen, die deren Kämpfern zum Sieg verhelfen wollten, schrieb die Armee des Islams in einer Erklärung. Die Gruppe hat sich zur Entführung des britischen BBC-Reporters Alan Johnston und der Beteiligung an der Gefangennahme eines israelischen Soldaten vor einem Jahr bekannt.

Siniora sagte, Regierung und Streitkräfte seien entschlossen, den Terrorismus im Libanon zu entwurzeln. Am Mittwoch hatte Verteidigungsminister Elias Murr den Kämpfern der Fatah Islam ein Ultimatum gestellt. Sie müssten sich ergeben oder mit einem militärischen Angriff rechnen. Die Fatah Islam verkündete, sie werde nicht aufgeben und jeden Angriff zurückschlagen.

(dapd)

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