Aktualisiert

Waffenruhe nach 19 Jahren Krieg in Uganda

Nach fast zwei Jahrzehnten eines grausamen Bürgerkriegs ist am Dienstag ein Waffenstillstand zwischen der ugandischen Armee und den Rebellen von der Lord's Resistance Army (LRA) in Kraft getreten.

Gemäss einer Vereinbarung vom vergangenen Wochenende ordnete Präsident Yoweri Museveni die Streitkräfte an, ihren Kampf gegen die Rebellen einzustellen, wie Armeesprecher Felix Kulaije in Kampala mitteilte. Die Soldaten dürften nur noch auf die Rebellen schiessen, wenn es um den Schutz der Zivilbevölkerung gehe.

Am Samstag hatten sich beide Seiten in der südsudanesischen Stadt Juba auf eine Waffenruhe geeinigt, die den Weg zu einer dauerhaften Friedensregelung freimachen soll.

Die Vereinbarung sieht vor, dass die LRA-Rebellen ihre Verstecke im südlichen Sudan, im Osten von Kongo-Kinshasa und im nördlichen Uganda verlassen und sich im Südsudan in zwei Lagern unter neutraler Aufsicht sammeln. Die ugandische Regierung garantiert, dass die Kämpfer ungehindert dorthin kommen.

Verhandlungen gehen weiter

Am kommenden Donnerstag sollen die Verhandlungen unter Vermittlung des Sudan fortgesetzt werden. Eine endgültige Vereinbarung muss bis zum 12. September getroffen sein.

Bis dahin gelte auch das Amnestieangebot an Rebellenchef Joseph Kony und weitere LRA-Anführer, hatte der ugandische Präsident betont. Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag hatte im Oktober Haftbefehle gegen fünf LRA-Anführer erlassen, darunter Kony.

Die Vereinten Nationen stufen den seit 18 Jahren anhaltenden Bürgerkrieg als eine der schlimmsten humanitären Krisen der Gegenwart ein. Zehntausende Menschen kamen seit Beginn der LRA- Angriffe 1988 ums Leben, rund zwei Millionen Menschen wurden zu Flüchtlingen im eigenen Land.

Übergriffe auf Zivilbevölkerung

Ideologisch begründet Kony den Kampf seiner LRA (deutsch: «Widerstandsarmee des Herrn») ihren Kampf mit einer verworrenen Auslegung der christlichen Lehre. Er gibt an, die Regierung des ugandischen Präsidenten Museveni durch eine Herrschaft auf Grundlage der zehn Gebote ersetzen zu wollen.

Mit grausamen Übergriffen auf die Zivilbevölkerung verbreitete die Rebellengruppe Angst und Schrecken. Zu ihren Methoden zählten Verstümmelungen und die Entführung von Kindern. (sda)

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