Aktualisiert 30.03.2014 18:14

Besetzer sollen wegWagenburg soll neuen Grünflächen weichen

Fussballplätze statt Wagenburg: Die Basler Regierung hat neue Pläne für die Barackensiedlung am Uferweg beim Hafen.

von
lha
Wo jetzt noch die Wagenleute wohnen, sollen dereinst Fussballplätze entstehen.

Wo jetzt noch die Wagenleute wohnen, sollen dereinst Fussballplätze entstehen.

Am Donnerstagabend diskutierten die Aktivisten der Wagenburg an der Uferstrasse noch mit dem Berliner Stadtsoziologen Andrej Holm über Stadtentwicklung von unten und die Folgen der sozialen Aufwertung von Quartieren. Dies mutet angesichts der am Sonntag publik gewordenen Pläne der Basler Regierung, dass die Wagenburg auf dem ehemaligen Migrol-Areal Fussballfeldern weichen soll, ironisch an. Laut der «Schweiz am Sonntag» soll das Vorhaben am 1. April der Öffentlichkeit kommuniziert werden.

Die Regierung wollte dies offenkundig noch unter dem Deckel halten. Eine Interpellation von Elias Schäfer (FDP), der sich nach den Zukunftsplänen für das Areal erkundigt hatte, wurde am Mittwoch nur ausweichend beantwortet. «Der Prozess der Auslobung geeigneter Zwischennutzungsorganisa tionen ist noch nicht abgeschlossen», teilte die Regierung ihm mit.

Definitive Entscheidung innert Wochen

An ihrer übernächsten Sitzung soll die Basler Regierung nun eine Entscheidung fällen. Gemäss «Schweiz am Sonntag» liegen seit einiger Zeit verschiedene Projekte und Pläne vor, die aber offenkundig alle nicht richtig überzeugen konnten. Doch die Antwort ist überholt. Verwaltungsintern ist nun die Rede von einer «genialen» Idee, die gefunden worden sei: Dem Vernehmen nach handelt es sich um den Bau zweier Fussballfelder. Offiziell nimmt aber niemand dazu Stellung.

Die Bewohner der Wagenburg haben am Samstag von den Fussballplatz-Plänen Wind bekommen. Am Sonntag wollte sich aber keiner der Betroffenen gegenüber 20 Minuten äussern. Man müsse sich zuerst mit den anderen Bewohnern besprechen, so ein Bewohner, der nicht namentlich genannt werden will. Man werde im Verlauf der kommenden Woche Stellung beziehen.

Räumung nur bei Projekt

Sollte das Fussballfeld-Projekt tatsächlich umgesetzt werden, ist das das Ende der Wagenburg. Die Aktivisten besetzen zurzeit ohne Rechtsgrundlage, aber mit offizieller Duldung das ehemalige Migrol-Areal . Polizeidirektor Baschi Dürr (FDP) machte schon früher klar, dass eine Räumung nur infrage käme, wenn unmittelbar danach die Bagger auffahren würden, um ein konkretes Projekt zu realisieren.

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