Cliff Diving: Waghalsige Sprünge von Italiens Klippen
Aktualisiert

Cliff DivingWaghalsige Sprünge von Italiens Klippen

In Polignano a Mare stürzten sich am Wochenende die weltbesten Cliff Diver von den Klippen - vor einer spektakulären Kulisse und 45 000 Zuschauern.

von
pd

(Video: Red Bull)

«Ich kann gewinnen und ich muss gewinnen» – Artem Silchenko war mit den zweiten Plätzen in den vergangengen beiden Wettbewerben ganz und gar nicht zufrieden. Er hatte es im Gefühl und hat mit seinem Sieg am Wochenende in Polignano a Mare, Italien, vor dem neunfachen Weltmeister Olando Duque (COL) und Gary Hunt (GBR) den Beweis angetreten. Nach drei Siegen in Folge im Rahmen der Red Bull Cliff Diving World Series 2010 holte sich der Russe vor 45 000 enthusiastischen Fans die Tageshöchstwertung.

Er wusste, dass ihm dieser Satz gelungen war. Beim Auftauchen nach dem 90 km/h schnellen Aufprall strahlte der 26-jährige Russe übers ganze Gesicht und rief den tausenden von Zuschauern am Strand, auf den Klippen und Balkonen rund um die Sprunglocation ein erleichtertes «Ich liebe diesen Sport!» zu. Auf Rang zwei vor der finalen Runde musste er nur noch auf Gary Hunt, den Dominator der bisherigen Saison, warten. Der Führende im Zwischenklassement war bis zur letzten Darbietung des Tages auf bestem Weg seinen vierten Sieg nach Hause zu bringen, doch konnte er seinen neuen Sprung nicht richtig landen. Und damit gab es einen neuen Sieger.

«Der Sieg ist unglaublich. Ich denke, ich hab hier meine bisher besten Sprünge gezeigt. Es ist mein erster Sieg in diesem Jahr und ich hoffe, nicht der letzte. Gary Hunt und Orlando Duque, zwei legendäre Springer, zu schlagen ist einmalig. Gary hat heute einen neuen Sprung gezeigt, den wahrscheinlich nur er machen kann. Er hatte ihn im gestrigen Training gut hingekriegt, aber vielleicht war er heute ein wenig nervös. Ich habe gezeigt, dass Gary zu besiegen ist – alles ist möglich. Cliff Diving ist ein Extremsport», fasst Silchenko seine Freude zusammen. Im Gesamtklassement konnte er den Rückstand auf Hunt (73 Punkte) auf zehn Zähler verkürzen und liegt jetzt fünf Punkte vor dem Kolumbianer Duque (58 Punkte.)

Ein neues Kapitel Cliff-Diving-Geschichte

Der vielzitierte neue Sprung – vier Salti mit zweieinhalb Schrauben – wird mit einem in dieser Sportart einzigartigen Anlaufabsprung ausgeführt; dadurch kann eine weitere Schraube angehängt werden. Im Europäischen Mekka des Sports, wo das Wasserspringen fixer Bestandteil der Lebensart ist, fügte der Athlet aus Southampton ein weiteres Kapitel Cliff Diving Geschichte hinzu.

Schon am frühen Sonntagmorgen begannen sich die ersten der insgesamt 45 000 Fans entlang der Küste zu versammeln, in froher Erwartung der atemberaubenden High Diving Show. Das leidenschaftliche Publikum zollte den weltbesten Springern Respekt und säumte klatschend den Weg der Zwölf vom Strand bis hinauf auf die Plattform.

Auf die süditalienische Herzlichkeit folgt mit dem alpinen Süsswasserstop in Sisikon, Schweiz, am 28. August der fünfte Stopp der Red Bull Cliff Diving World Series 2010.

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