Stadt Zürich: Wahl eines Deutschen an SVP-Spitze sorgt für Ärger

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Stadt ZürichWahl eines Deutschen an SVP-Spitze sorgt für Ärger

Die Wahl des Deutschen Daniel Buchta in den Vorstand einer SVP-Kreispartei sorgt für Unmut. Kantonsrat Hans-Peter Amrein soll sogar aus der Kreispartei ausgetreten sein.

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mon
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Für heftigen Widerstand sorgt die Wahl des Deutschen Daniel Buchta als Mitglied der siebenköpfigen Spitze der Stadtzürcher Kreispartei 7/8.

Für heftigen Widerstand sorgt die Wahl des Deutschen Daniel Buchta als Mitglied der siebenköpfigen Spitze der Stadtzürcher Kreispartei 7/8.

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SVP-Kantonsrat Hans-Peter Amrein (rechts auf dem Bild) soll deswegen sogar seinen Austritt angekündigt haben.

SVP-Kantonsrat Hans-Peter Amrein (rechts auf dem Bild) soll deswegen sogar seinen Austritt angekündigt haben.

Keystone/Walter Bieri
Anders sieht es Urs Fehr, der Präsident der Kreispartei. Für ihn ist die Wahl Buchtas eine Bereicherung für die Partei.

Anders sieht es Urs Fehr, der Präsident der Kreispartei. Für ihn ist die Wahl Buchtas eine Bereicherung für die Partei.

Tabea Vogel

Ärger bei der Stadtzürcher SVP-Kreispartei am Zürichberg. Wegen der Wahl des Deutschen Daniel Buchta als Mitglied der siebenköpfigen Spitze der Kreispartei 7/8 gab es in der Mitgliederversammlung am Dienstagabend heftigen Widerstand. Allen voran wetterte SVP-Kantonsrat Hans-Peter Amrein gegen das neue Mitglied.

«Buchtas Wahl ist eine Bereicherung»

Wie die NZZ schreibt, habe ihn die Wahl des 28-jährigen Deutschen derart verärgert, dass er sogar aus der Kreispartei ausgetreten sei. Dazu äussern will sich Amrein aber nicht. «Sitzungen, die nicht öffentlich sind, kommentiere ich nicht. Das ist eines Politikers nicht würdig», sagte er zum «Tages-Anzeiger».

Anders sieht es der Präsident der Kreispartei, Urs Fehr. Für ihn ist die Wahl Buchtas eine Bereicherung für die Partei. Der 28-Jährige stehe zu den Werten der SVP und sei engagiert, sagt Fehr. Zudem zeige die SVP damit, dass sie offen für Ausländer sei.

Buchta hat für kritische Stimmen ein gewisses Verständnis

Die Kantonalpartei wird sich am Donnerstagabend dazu beraten. «Wir sind informiert und besprechen unsere Haltung an unserer Sitzung», sagt der neue Präsident Patrick Walder. Wie er zum «Tages-Anzeiger» sagt, sei ihm aber kein weiterer Fall von einem Ausländer bekannt, der in einem Parteivorstand sitze.

Daniel Buchta selber zeigt auf Anfrage ein gewisses Verständnis für die kritischen Stimmen gegenüber seiner Person, wie er zur NZZ sagt: Er sei 28 Jahre alt und erst seit etwas über einem Jahr in der Schweiz. Er werde nun versuchen, seine Gegner zu überzeugen.

Menschen sollten nicht nach ihrer Nationalität beurteilt werden, findet er. Er teile sämtliche Kernforderungen der SVP. So spreche auch er sich für eine begrenzte Einwanderung aus, die sich «konsequent auf wirtschaftliche Bedürfnisse» auszurichten habe.

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