Wahlen in Mexiko: Konservative verunglimpfen Linke
Aktualisiert

Wahlen in Mexiko: Konservative verunglimpfen Linke

Vor den Präsidentenwahlen in Mexiko haben die regierenden Konservativen mit einer verbalen Breitseite gegen den linken Bewerber Andrés Manuel López Obrador die letzte Wahlkampfwoche eingeläutet.

Vor 100 000 Anhängern im Azteken-Stadion in Mexiko-Stadt verglich der konservative Bewerber Felipe Calderón am Sonntag das Programm seines in Umfragen führenden Konkurrenten mit einem Horrorfilm.

«Wir haben diesen Film schon einmal gesehen. Es ist ein Horrorfilm, den die Mexikaner teuer bezahlen mussten», sagte Calderón unter dem Jubel der Anhänger seiner konservativen Partei PAN. Er spielte dabei auf die über 70-jährige Herrschaft der früheren Regierungspartei PRI an, deren Machtmonopol der Konservative Vicente Fox bei den Wahlen 2000 gebrochen hatte.

Jahrzehntelange linke Misswirtschaft

Calderón verglich dabei López Obrador mit den autokratischen Präsidenten der PRI, die mit ihrer populistischen Ausgabenpolitik jahrzehntelang Misswirtschaft betrieben hätten.

Vielen Mexikanern sind noch die schweren Zeiten Mitte der 90er Jahre in Erinnerung, in denen ihr Land unter der Herrschaft der PRI in eine schwere Krise gestürzt war. Die Landeswährung Peso geriet ins Trudeln und das Land trotz seiner sprudelnden Öleinnahmen in wirtschaftliche Nöte. López Obrador gehört allerdings nicht der PRI an, sondern der linksgerichteten PRD.

Hintergrund der verbalen Breitseite Calderóns könnte jedoch auch sein, dass der in Umfragen an dritter Position liegende PRI- Kandidat Roberto Madrazo im Präsidentenrennen in den vergangenen Wochen zugelegt hat.

Trendwende nach rechts als Ziel

Calderón kritisierte auch die Wahlversprechen López Obradors, die Armut im Land durch Sozialprogramme abzubauen und Jobs durch öffentliche Auftragsprojekte zu schaffen. «Armut kann man nicht mit unverantwortlichen Vorschlägen mildern, sondern durch Arbeitsplätze», rief Calderón seinen Anhängern zu.

Der Konservative will den in Lateinamerika bei zahlreichen Wahlen aufgetretenen Linkstrend beim Urnengang am 2. Juli brechen und Nachfolger von Fox werden, der nicht mehr antreten darf.

(sda)

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