Wahlkampf treibt seltsame Blüten
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Wahlkampf treibt seltsame Blüten

Nur mit Kleeblatt «bekleidet» oder mit Empfehlungen der eigenen Kinder: Im Kanton St.Gallen greifen die Kandidaten im Wahlkampf zu allen Mitteln, um aufzufallen.

«Schluss mit der kaltblütigen Sparerei – für mehr Wärme im Kantonsrat», ist etwa der Slogan der SP-Kandidaten Dario Sulzer (25) und Benno Krüsi (28), die sich auf ihrem Plakat nackt und nur mit einem Kleeblatt bedeckt zeigen. Die Sparrunden im Kantonsrat haben die beiden Kandidaten für die Wahlen am 14. März auf die Idee gebracht, sich ohne Kleider zu zeigen. Sulzer: «So sieht man, dass wir frieren.»

Auch FDP-Kandidat Daniel Hämmerli thematisiert im Wahlkampf das Sparen – und benutzt dazu seine drei Kinder: «Wenn unser Papi nicht dafür sorgt, dass die in St.Gallen weniger Geld ausgeben, werden wir Kinder die Schulden bezahlen müssen», steht auf dem Flyer, auf dem seine beiden Söhne und seine Tochter mit strahlendem Lächeln zu sehen sind.

Und was sagen die Mutterparteien SP und FDP zu solch provokativen Kampagnen? «Es liegt im Trend, sich mit humorvollen und frechen Kampagnen bemerkbar zu machen», meint SP-Sprecher Jean-Philippe Jeannerat. Er rät er aber davon ab, das private Umfeld einzubeziehen. «Je nach politischer Entwicklung kann das für die Kinder in der Schule unangenehm werden.»

Laut FDP-Sprecher Christian Weber ist die Art der Kampagne den Kandidaten überlassen. «Allerdings wird der Wähler entscheiden, ob er jemanden im Rat will, der sich zuvor halbnackt zeigte.»

Cornelia Stauffer

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