Zürich: Wahnsinnsfahrt nach Weihnachtsessen
Aktualisiert

ZürichWahnsinnsfahrt nach Weihnachtsessen

Kaum zu fassen: Ein sturzbetrunkener Autolenker hat nach einem Weihnachtsessen zwei schwere Unfälle gebaut und ist jedes Mal unbeirrt weitergefahren. Selbst auf der blanken Radfelge.

von
Attila Szenogrady

Dieses Weihnachtessen wird der heute 28-jährige Bauarbeiter aus dem Kanton Aargau nicht mehr so schnell vergessen. Fest steht, dass er sich am Firmenanlass einen tüchtigen Rausch mit 2,32 Promillen Alkohol im Blut einfing. Was ihn nicht daran hinderte, nach dem Fest in Zürich-Oerlikon in seinen Personenwagen zu steigen, um an seinen Wohnort in Muri (AG) zu gelangen.

25 Kilometer weit auf der blanken Radfelge

Was dann folgte, kann nur noch als blanke Wahnsinnsfahrt bezeichnet werden. Beim Versuch hinter dem Lenkrad eine Flasche Cola zu öffnen, verlor er bereits in Zürich-Seebach die Herrschaft über das Fahrzeug und kollidierte mit einem Randstein. Obwohl der vordere linke Reifen völlig zerstört war, fuhr der Blaufahrer auf die Autobahn in Richtung Kanton Aargau. Laut Anklage rund 25 Kilometer weit auf der blanken Radfelge.

Blackout im Tunnel

Trotzdem nickte der Kroate ausgerechnet vor dem Urdorfer Honoret-Tunnel hinter dem Steuer ein. Mit der Folge, dass es in der Röhre zum zweiten Blackout kam. Diesmal krachte er in eine Leitplanke hinein. Trotz des massiven Sachschadens setzte der durch den Aufprall erwachte Angeschuldigte die Fahrt unbeirrt fort. Bis das völlig beschädigte Gefährt in Oberlunkhofen einer Polizeipatrouille auffiel.

Hohe Strafe verlangt

Am Dienstag stand der einschlägig vorbestrafte Blaufahrer vor dem Bezirksgericht Dietikon und machte für seine Horrorfahrt vom 15. Dezember 2007 markante Erinnerungslücken geltend. Ansonsten gab er alles zu.

Der Antrag der Staatsanwaltschaft holte ihn jedenfalls auf den Boden der Realität zurück. So verlangte der zuständige Untersuchungsrichter für die diversen groben Verkehrsdelikte eine unbedingte Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 60 Franken, also insgesamt 10 800 Franken sowie eine Busse von 1 500 Franken. Hinzu gesellen sich die gesamten Gerichtskosten in noch unbekannter Höhe. Ein Vermögen für den allein erziehenden Vater. Zudem verlangte der Staatsanwalt für den nicht verteidigten Verkehrssünder ein unbedingtes Fahrverbot für vier Jahre. Das Gericht kam noch zu keinem Entscheid. Das Urteil erfolgt demnächst schriftlich.

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