Buddymoon: Wahre Freunde flittern mit den Frischvermählten
Aktualisiert

BuddymoonWahre Freunde flittern mit den Frischvermählten

Warum als Pärchen in die Flitterwochen, wenn man auch die Freunde mitnehmen kann? Sogenannte Buddymoons liegen im Trend.

von
Marlies Seifert

Jennifer Aniston hat es in Bora Bora getan, Alicia Keys in Frankreich: Statt sich mit dem frischangetrauten Gemahl auf eine einsame Insel zurückzuziehen, haben sie zusammen mit ihren Freunden geflittert. Der sogenannte Buddymoon gewinnt im englischsprachigen Raum zunehmend an Bedeutung. Laut dem Geldwechsel-Service Travelex gingen 2014 bereits 20 Prozent der britischen Honeymoon-Paare mit Anhang in die Ferien. Tendenz steigend. In ihrer Wochenendausgabe schrieb die Times über das Phänomen. «Wir konnten unsere Hochzeit so noch etwas länger feiern und Zeit mit unseren Liebsten verbringen», wird eine begeisterte Buddymoonerin zitiert.

Die Zeit der typischen Flitterwochen ist vorbei

Auch Deborah Lacourrège vom Schweizer Hochzeitsblog Mademoiselle No More hat sich für einen Buddymoon entschieden: «Gleich nach der Hochzeit sind wir für eine Woche nach St. Tropez gefahren, mit meiner Schwester und ihrem Freund. Es war wunderschön und total entspannt», erzählt sie. Der eigentliche Honeymoon fand dann erst ein halbes Jahr später statt. «Die Zeit der typischen Flitterwochen ist sowieso vorbei. Viele Ehepaare gehen erst ein wenig später auf die grosse Reise und entscheiden sich dann eher für Backpacking statt für das Wasserbungalow auf den Malediven», ist Lacourrège überzeugt. Weil die Zeit zu zweit auf einem Buddymoon etwas zu kurz kommen kann, empfiehlt die Expertin, trotz allem noch einen Minimoon – die kleine Variante des Honeymoons – zu planen. «Es muss auch nicht weit weg und möglichst luxuriös sein – wichtig ist, dass man intime Momente als Ehepaar ausserhalb des Alltags verbringen kann.»

Kosten teilen und sparen

Vom Buddymoon versprechen sich viele Paare nicht nur mehr Spass, sondern auch geringere Kosten. «Zu viert oder zu sechst kann man sich vielleicht die grosse Villa in der Karibik leisten – zu zweit hätte es nur für ein Zimmer im Drei-Sterne-Hotel gereicht», so Lacourrège. In der Schweiz kommt das Phänomen trotzdem erst langsam an: «Wir wurden bisher nicht direkt mit diesem neuen Trend konfrontiert. Wir haben auch bisher keine Honeymooner, die mit Gästen reisen», sagt Daniel Stöckli vom Flitterwochen-Spezialisten Legends Travel. Vielleicht liegt dies auch daran, dass ein Buddymoon seine ganz eigenen Risiken birgt, wie auch die Hochzeitsbloggerin weiss: «Seine Reisepartner sollte man sehr vorsichtig wählen. Wenn man zusammen Ferien macht, wird eine Freundschaft stark auf die Probe gestellt, weil man normalerweise nicht 24 Stunden am Tag gemeinsam verbringt.»

Waren Sie selbst schon auf einem Buddymoon? Schreiben Sie eine Nachricht an redaktion@20minuten.ch.

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