Interview zum Film «I'm Not There»: Wahrheit, Schmerz & Witz
Aktualisiert

Interview zum Film «I'm Not There»Wahrheit, Schmerz & Witz

Todd Haynes durfte als erster
Regisseur das Leben von Bob Dylan zum Gegenstand eines Spielfilms machen. Dylan-Fans in der ganzen Welt erwarten das Biopic «I'm Not There» mit Spannung — einer von ihnen ist der Sänger Adrian Weyermann, der sich den Film für 20 Minuten week vor dem Kinostart angeschaut hat.

Adrian, was bedeutet Bob Dylan für dich?

Adrian Weyermann: Na ja, einerseits bin ich ein grosser Fan, weil ich die Tradition sehr schätze, in der er auf seine ganz eigene Art und Weise Musik macht – die amerikanische Mythologie und den Folk. Als Musiker ist er für mich aber auch einer der Angelpunkte, zu denen man immer wieder zurückgeht, wenn man wissen will, wie gut das eigene Zeug ist.

Todd Haynes versucht mit seinem Porträt gar nicht erst, dem wahren Dylan auf die Spur zu kommen, sondern stiftet eher noch mehr Verwirrung ...

Adrian Weyermann: Also ich halte die Idee mit den sieben Dylans und den verschiedenen Schauspielern für ziemlich genial. Als ich das hörte, dachte ich sofort: Das muss ich sehen. Widersprüchlichkeit und Verwirrung sind bei Dylan ja Grundkonzepte.

Sind deine Erwartungen erfüllt worden?

Adrian Weyermann: Meine Erwartungen waren ganz simpel: Der Film sollte mich berühren. Und das hat er über weite Strecken getan. Es gab aber auch Szenen, zu denen ich keinen Zugang fand. Ich habe etwa vermisst, dass sich die verschiedenen Figuren auch treffen und berühren.

Welche der sieben Figuren, die Dylan darstellen (siehe Box), kommt deinem Dylan-Bild am nächsten?

Adrian Weyermann: Mir hat die Figur des kleinen schwarzen Jungen, der so tut, als habe er die Weisheit mit Löffeln gegessen, total gefallen. Das ist Dylan am Anfang seiner Karriere: ein Milchgesicht, das spricht wie ein alter Mann. Am meisten berührt hat mich aber die Figur des Arthur Rimbaud. Für mich ist Arthur derjenige, der die Wahrheit ausspricht. Es gibt ja eine Phase bei Dylan, so um das Jahr 1965 herum, bei der man das Gefühl hat, er werde gleich explodieren, weil er die Dinge sehr direkt anspricht. Das war kurz, bevor er kippte.

15 Jahre später kippte er nochmals in eine ganz andere Richtung und wurde ein christlicher Prediger. Viele sahen das als Irrweg. Wie beurteilst du diese Phase?

Adrian Weyermann: Es war ein Irrweg – aber das soll man auch jedem zugestehen. Man akzeptiert es ja auch, wenn Musiker drogenabhängig sind. Ich finde es nicht völlig daneben, dass man auf seiner Sinnsuche auch mal komische Orte aufsucht. Im Film scheint mir die christliche Phase gut gemacht, weil sie so trashig ist. Wenn, dann kann man sie sich nur so vorstellen.

Gibt es auch Facetten von Dylan, die dir im Film gefehlt haben?

Adrian Weyermann: Ja, der alte, der gegenwärtige Dylan in einer guten Form. Wenn die Richard-Gere-Figur der ewige Dylan sein soll, ist mir der zu schwach. Gere wirkt zu weich – eher buddhistisch. Ich sähe ihn mehr als Kapitän denn als Cowboy – ein komischer Kauz, der in einer alten Welt lebt, aber auch etwas Modernes an sich hat.

Was bleibt für dich als Fan vom Film übrig?

Adrian Weyermann: Ich hatte gleich Lust, all die Songs wieder zu hören. Er gibt einem aber auch viel Stoff zum Nachdenken mit. Das ist ebenfalls etwas, das für mich die Faszination von Dylan ausmacht: Man kann ihn einfach hören – und findet die Musik gut. Wenn man sich wirklich darauf einlässt, findet man aber auch unendlich viel an Wahrheiten, an Schmerz und an Witz.

Interview: Matthias Affolter

I'm Not There

Der Dylan-Film von Todd Haynes verzichtet auf eine klar nachvollziehbare Handlung und zeigt Lebensausschnitte von sieben Figuren, die jeweils eine Seite von Bob Dylan darstellen:

Woody Guthrie (Marcus Carl Franklin):

Ein schwarzer Junge, der vorgibt, jemand anderes zu sein, als er ist.

Jack Rollins (Christian Bale):

Ein Idol der Folkszene im Greenwich Village, das «die Stimme einer Generation» genannt wird.

Arthur Rimbaud (Ben Whishaw):

Ein Poet, der keine Lust mehr hat zu schreiben und darüber von einem Untersuchungsausschuss befragt wird.

Robbie Clark (Heath Ledger):

Ein erfolgreicher Schauspieler und Vater, der in einer schwierigen Ehe lebt.

Pastor John (Christian Bale):

Jack, der Folksänger, zwanzig Jahre später: Er wurde zum Priester einer kleinen christlichen Gemeinde.

Billy the Kid (Richard Gere):

Ein Cowboy und Outlaw, der zurückgezogen auf dem Land lebt.

Jude Quinn (Cate Blanchett):

Ein revoltierender Rockstar, der seine Fans mit einer elektrisch verstärkten Gitarre vergrault.

«I’m Not There» Regie: Todd Haynes. Mit: Cate Blanchett, Heath Ledger, Richard Gere. Der Zürcher Adrian Weyermann (33) war Sänger, Gitarrist und Songwriter der Zürcher Band Crank. Seit 2002 ist er solo unterwegs und hat in dieser Zeit vier Platten veröffentlicht. Sein aktuelles Album «Wood» (Musikvertrieb) erschien am 11. Januar. Do, 14.2., Ochsen, Flawil SG Sa, 23.2., Kiff, Aarau So, 24.2., Werkstatt, Chur www.adrianweyermann.com

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