1800 Meter über Meer: Wakeboarden zwischen Alpweiden und Kühen
Aktualisiert

1800 Meter über MeerWakeboarden zwischen Alpweiden und Kühen

Am Samstag eröffnet auf dem Hornbergsee in Gstaad der höchstgelegene Wake-Board Lift Europas. Per Crowdfunding sammelten die Initianten dafür über 30'000 Franken.

von
Benjamin Hostettler

Wakeboarden auf dem Hornbergsee (Video: Benjamin Hostettler)

Von Zweisimmen führt eine enge Bergstrasse hinauf zum Hornberg, vorbei an grasenden Kühen und knatternden Traktoren. Nach etlichen Kurven taucht in der prächtigen Landschaft der Hornbergsee auf. Ab nächsten Samstag wird hier während der Sommermonate Wakeboard gefahren.

Highlight der Anlage ist der Wakeboard-Lift in der Mitte des Sees. Dieser wird mit einem Elektromotor betrieben, funktioniert also geräuschlos und verursacht keine Emissionen. Laut Frederic Thoenen, dem Verantwortlichen für Technik und Betrieb, ist die Anlage mobil und kann im Herbst wieder abgebaut werden.

Spenden von 32'000 Franken

Die Idee zur Realisierung der Wakeboard-Anlage hatten sechs jungen Einheimische. Marco Reinle vom Verein Wake up Gstaad: «Mit diesem Projekt haben wir die Möglichkeit, den See touristisch zu nutzen und ein neues Angebot für Einheimische und Gäste zu schaffen.»

Das Projekt wurde durch eine Crowdfunding-Kampagne teilfinanziert. Insgesamt spendeten anfangs Jahr über 180 Personen insgesamt 32'455 Franken. Michel Hediger, Mitorganisator des Wake Up Festivals, ist gerührt über die vielen Spenden: «Die Anteilnahme hat uns auch darin bestärkt, das Projekt zu realisieren». Entstanden sei die Idee in Mallorca bei einem gemeinsamen Bier. «Wakeboarden und Berge. Das passt für die Leute überhaupt nicht zusammen», sagt er mit einem Lachen.

Hediger und seine Kollegen arbeiten alle ehrenamtlich. Er selbst schreibt gerade an seiner Bachelorarbeit. Über die Monate seien mehrere tausend Arbeitsstunden zusammengekommen.

«Trend zur Inszenierung»

Wake Up Gstaad hat viele Sympathien bei der lokalen Bevölkerung. Auch die Naturschutzorganisation Mountain Wilderness erklärt gegenüber 20 Minuten, dass man grundsätzlich kein Problem damit habe. Tim Marklowski, Projektleiter Bergsport Schweiz, sieht aber beim Wakeboarden auf dem Hornbergsee einen «Trend zur zunehmenden Inszenierung und einem Spassangebot im alpinen Raum».

Vor der prächtigen Kulisse des Berner Oberlands können Besucher ab Samstag ausserdem Pingpong spielen, auf Slacklines ihre Balancierkünste verbessern oder auch klettern. Besucher haben die Möglichkeit, am Eröffnungstag den ganzen Tag gratis zu wakeboarden. Danach kostet eine Viertelstunde jeweils 40 Franken. Die Anlage ist bis im Spätsommer geöffnet.

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