Aktualisiert 28.06.2018 13:51

Abtauchen in die Natur

Waldbaden ist der neue Trend aus Japan

Immunsystem stärken, Hormonhaushalt ausbalancieren und Stress reduzieren: Wir verraten, wie Bäume gerade einen neuen Wellness-Trend auslösen.

von
Geraldine Schläpfer
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Den Boden unter den Füssen spüren ...

Den Boden unter den Füssen spüren ...

Andreasgaertner
... das Licht durch die Baumkronen beobachten ...

... das Licht durch die Baumkronen beobachten ...

Xurzon
... die Erde riechen und Vögel zwitschern hören.

... die Erde riechen und Vögel zwitschern hören.

Fotogaby

Die Natur hat eine positive Wirkung auf unsere Laune, keine Frage. Gemäss der asiatischen Lehre des Waldbadenssoll aber auch unsere Gesundheit profitieren. Was steckt hinter der asiatischen Baummedizin?

Waldbaden hat seinen Ursprung in Japan und ist dort unter dem Namen Shinrin Yoku bekannt. Es soll eine effiziente Methode sein, um innere Ruhe zu finden und Wohlbefinden zu erlangen. Auch für einen erholsamen Schlaf, ein starkes Immunsystem und sprudelnde Kreativität werden Bäume zurate gezogen.

Beim Waldbaden wird nicht in eine heilende Wasserquelle abgetaucht, sondern in dunkles Grün: Die Baumlehre beschreibt das intensive Wahrnehmen des Waldes. Dabei soll bewusst jeder einzelne Geruch wahrgenommen werden und der weiche Untergrund, auf dem man steht, gefühlt werden. Das entspannt Sie schon beim Lesen? Dann stellen Sie sich jetzt noch Vogelgezwitscher und sanftes Sonnenlicht in den Baumkronen vor. All diese Wahrnehmungen sollen unser Hormon- und Nervensystem stärken und fitter machen als jedes Workout.

Sonja Grossenbacher bringt Shinrin Yoku in die Schweiz. Das Achtsamkeitstraining im Wald sei wie eine Meditation, ohne im stillen Kämmerlein sitzen zu müssen: «Waldbaden senkt das Stresshormon Cortisol und aktiviert den Parasympathicus, was beruhigend wirkt», so die Expertin. Auf ihren Exkursionen durch den Wald zeigt sie Teilnehmern, wie diese achtsamer durch die Natur gehen können. «Viele Leute haben vergessen, wie viel Kraft die Natur spendet, oder sehen diese nur als Kulisse, ohne sie bei Wanderungen oder Hundespaziergängen wirklich wahrzunehmen.»

Haben auch Sie Lust auf Waldbaden? Tauchen Sie ein ins Grüne und erzählen Sie uns von Ihren Beobachtungen. Wir sind gespannt!

Waldbaden stammt ursprünglich aus Japan und wird in vielen Büchern beschrieben. Ob das Abschalten zwischen Bäumen wirklich unsere Gesundheit beeinflussen kann, wird derzeit untersucht. Unbestritten ist aber, dass der Wald dem Menschen psychisch guttut. «Biophilia» nannte das in den Achtzigerjahren der Evolutionsbiologe Edward O. Wilson. Gemeint ist damit die Liebe des Menschen zu allem Lebendigen.

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