Hitze und Trockenheit: Waldbrände in Europa nehmen historisches Ausmass an

Publiziert

Hitze und TrockenheitWaldbrände in Europa nehmen historisches Ausmass an

Im von Hitzewellen und Trockenheit geplagten Europa haben zahlreiche Waldbrände insgesamt mindestens 600’000 Hektar Vegetation zerstört – damit könnte der traurige Rekord von 2017 ins Wanken geraten.

1 / 5
In Frankreich haben Waldbrände in diesem Jahr schon mehr als 50’000 Hektar Land zerstört. Das ist das Fünffache des Jahresdurchschnitts der Jahre 2006 bis 2021.

In Frankreich haben Waldbrände in diesem Jahr schon mehr als 50’000 Hektar Land zerstört. Das ist das Fünffache des Jahresdurchschnitts der Jahre 2006 bis 2021.

via REUTERS
Meteonews rechnet damit, dass bezüglich Waldbränden das laufende Jahr auf europäischer Ebene ein neues Rekordjahr wird.

Meteonews rechnet damit, dass bezüglich Waldbränden das laufende Jahr auf europäischer Ebene ein neues Rekordjahr wird.

via REUTERS
Waren europaweit zum jetzigen Zeitpunkt (Stand 6. August) im bisherigen Rekordjahr 2017 «nur» 380'000 Hektar abgebrannt, sind es in diesem Jahr bereits 600’000 Hektar.

Waren europaweit zum jetzigen Zeitpunkt (Stand 6. August) im bisherigen Rekordjahr 2017 «nur» 380'000 Hektar abgebrannt, sind es in diesem Jahr bereits 600’000 Hektar.

AFP

Darum gehts

  • Die Waldbrandgefahr ist in vielen Ländern Europas weiterhin hoch.

  • 2022 könnte darum zum schlimmsten Waldbrandjahr werden.

  • Auch in der Schweiz herrscht in weiten Teilen Gefahrenstufe 4.

Die Kombination von unterdurchschnittlichen Niederschlägen und rekordhohen Temperaturen sorgt für ausserordentlich trockene Böden – dies wiederum für eine erhöhte Waldbrandgefahr in ganz Europa. Wie Meteonews schreibt, könnte dieses Jahr darum zum schlimmsten Waldbrandjahr werden.

Auch in der Schweiz bleibt derzeit die grosse bis sehr grosse Waldbrandgefahr erhalten, wie eine interaktive Karte des Bundes zeigt. Die meisten Kantone haben Feuerverbote erlassen. Konkret: Feuern im Wald und in Waldesnähe sollte man unterlassen, bei starken und böigen Winden auf Feuer im Freien ganz verzichten. Brennende Zigaretten und Zündhölzer nie wegwerfen, Feuerstellen laufend überwachen und allfälligen Funkenwurf sofort löschen, Grill- und Feuerstellen und deren Umgebung nur im gelöschten Zustand verlassen.

In weiten Teilen der Schweiz herrscht derzeit Waldbrandgefahr Stufe 4.

In weiten Teilen der Schweiz herrscht derzeit Waldbrandgefahr Stufe 4.

Screenshot naturgefahren.ch

Verheerende Brände in Südosteuropa 

In den vergangenen Wochen haben sich aufgrund der extremen Hitze und Trockenheit Waldbrände in den Mittelmeerländern sowie auch in Südosteuropa ereignet. Besonders in Slowenien, in der Slowakei und in Bulgarien wüteten die Waldbrände in einem verheerenden Ausmass.

Begonnen hat die Waldbrandsaison nicht erst im Sommer, bereits Mitte März haben grosse Flächen in Mittel- und Südosteuropa gebrannt, wie Meteonews weiter berichtet. Allein in der Woche bis zum 26. März brannten in Rumänien mehr als 60'000 Hektar Wald- und Landwirtschaftsfläche, also rund Dreiviertel der üblichen Jahresbrandfläche. In Kroatien gingen bei mehr als 120 Brandherden bis Anfang April etwa 30'000 Hektar Land verloren. 

Wegen der Waldbrandgefahr sollte man keine Feuer im Freien zünden. Hältst du dich daran?

In Spanien verbrannte eine Fläche so gross wie der Kanton Aargau

Ab Ende Mai nahm die Anzahl der Brandherde erneut kontinuierlich zu. Die grössten Waldbrände wüteten zunächst in Spanien. Allein in der zweiten Juniwoche verbrannten knapp 40'000 Hektar Wald- und Ackerfläche. Im Juli erreichten die Feuer ihren Höhepunkt, als in kürzester Zeit eine Fläche so gross wie der Kanton Aargau verloren ging.

In mehreren Regionen Frankreichs lodern ebenfalls immer wieder Brände. Insgesamt brannte es bis jetzt auf einer Fläche von knapp 50'000 Hektar – das ist das Fünffache des Jahresdurchschnitts der Jahre 2006 bis 2021. Am Mittwoch ist bei Bordeaux im Südwesten des Landes einer der grossen Waldbrände wieder aufgeflammt: Das Feuer bei Landiras breitet sich rasend schnell aus und hat seit Dienstagnachmittag schon 6000 Hektar Wald zerstört.

Die Zahl der Brände in Portugal ist diesen Sommer auch überdurchschnittlich. Verglichen mit dem letzten Jahr brannte es bisher bereits rund doppelt so verbreitet.

2022 wird mit Sicherheit ein Rekordjahr

Leicht entspannter ist es hingegen dieses Jahr in Italien und in Griechenland: Die Grösse der verwüsteten Flächen ist leicht unterdurchschnittlich. Aufatmen dürfe man aber noch nicht: Die Zeit mit den ausgeprägtesten Bränden vor allem in Griechenland steht erst noch bevor, da mit einem Peak Ende August gerechnet werden müsse.

Wie die weitere Waldbrandsaison verlaufen wird, hängt laut Meteonews meteorologisch primär von den zu erwartenden Niederschlägen und Temperaturen ab. Einige Regionen am Mittelmeer könnten bald etwas Niederschlag bekommen.

Dennoch rechnet der Schweizer Wetterdienst, dass bezüglich Waldbränden das laufende Jahr auf europäischer Ebene ein neues Rekordjahr wird. Denn mit Stand vom 6. August wurde bereits eine Fläche von mehr als 600'000 Hektar zerstört. Zum selben Zeitpunkt im Rekordjahr 2017 waren «erst» 380'000 Hektar abgebrannt.

Keine News mehr verpassen

Mit dem täglichen Update bleibst du über deine Lieblingsthemen informiert und verpasst keine News über das aktuelle Weltgeschehen mehr.
Erhalte das Wichtigste kurz und knapp täglich direkt in dein Postfach.

(kle)

Deine Meinung

20 Kommentare