Waldbrände unter Kontrolle
Aktualisiert

Waldbrände unter Kontrolle

In Spanien, Frankreich und Portugal sind die seit Tagen tobenden Waldbrände am Wochenende weitgehend unter Kontrolle gebracht worden.

Dagegen flohen auf der italienischen Mittelmeerinsel Sardinien Hunderte vor den Feuern.

An der Nordwestküste Sardiniens zerstörte das Feuer nach Behördenangaben dutzende Häuser und hunderte Hektar Busch- und Waldfläche. Hunderte Menschen flüchteten aus ihren Hotels und Häusern auf die Strände, wo die Flammen sie zum Teil einkesselten.

Mit privaten Booten, Schiffen der Küstenwache und einem grossen Militärschiff wurden sie von dort in Sicherheit gebracht. Nahe der Stadt Alghero wurde ein Campingplatz mit mehreren hundert Gästen evakuiert.

Über 1400 Feuerwehrmänner und Helfer standen im Einsatz. In den vergangenen Tagen wüteten in vielen Gegenden Italiens heftige Brände. Im südlichen Kalabrien starb ein 70-Jähriger in den Flammen.

Entwarnung in Frankreich...

An der französischen Mittelmeerküste konnten die Brände südlich von Narbonne in der Nacht zum Samstag unter Kontrolle gebracht werden. Insgesamt wurden in Frankreich über tausend Hektar Waldfläche zerstört, besonders in den Ost-Pyrenäen und dem Departement Aude.

Dort wurde am Samstag ein Campingplatz mit 800 Camping-Touristen evakuiert. In der Gegend von Nizza wurde ein 81-Jähriger vorübergehend festgenommen, weil er mit einem Jagdgewehr auf Löschhelikopter geschossen hatte.

...und Portugal

In Portugal konnte die Feuerwehr die grossflächigen Brände der vergangenen Woche am Sonntag weitgehend unter Kontrolle bringen. In der Nähe der Gebirgsstadt Pedras Lavradas kämpften 80 Löschkräfte bei sinkenden Temperaturen gegen das letzte noch unkontrollierte Feuer.

In diesem Jahr, dem trockensten seit mehr als sechs Jahrzehnten, töteten die Brände in verschiedenen Regionen Portugals sechs Feuerwehrleute und vernichteten zudem mehr als 38 000 Hektar Wald.

Umweltkatastrophe in Spanien

Der spanische Ministerpräsident Zapatero erklärte die Region um Guadalajara im Landesinneren bei einem Besuch am Sonntag zum Katastrophengebiet. Dort tobten während der vergangenen Tage Brände, in denen elf Feuerwehrleute ums Leben kamen. Das Feuer war von unvorsichtigen Grillern ausgelöst worden.

Die spanische Regierung hatte daraufhin am Freitag offene Feuer im ganzen Land grundsätzlich verboten. Die Feuerwehr hatte die Feuer bereits am Samstag unter Kontrolle gebracht. Am Wochenende waren in der Gegend von Cáceres nur noch kleinere Brandherde aktiv. Auch in Spanien gab es seit den 40er Jahren keine Hitzewelle wie die diesjährige.

Ein Waldbrand auf der Insel Gran Canaria wurde ebenfalls unter Kontrolle gebracht. Hier hatten die Flammen auch den Tejeda- Naturschutzpark erfasst.

(sda)

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