Sierra Bermeja - Waldbrand in Spanien zerstört Fläche von 11’000 Fussballfeldern
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Sierra BermejaWaldbrand in Spanien zerstört Fläche von 11’000 Fussballfeldern

Seit vergangenem Mittwoch wütet in Andalusien ein riesiger Waldbrand. Tausende Menschen mussten evakuiert werden; ein Feuerwehrmann kam ums Leben.

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Im Bermeja-Gebirge wütet seit sechs Tagen ein riesiger Waldbrand.

Im Bermeja-Gebirge wütet seit sechs Tagen ein riesiger Waldbrand.

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Die Rauchwolken sind sogar aus dem All zu sehen.

Die Rauchwolken sind sogar aus dem All zu sehen.

Reuters
Insgesamt 51 Löschflugzeuge und -helikopter stehen gegen die Flammen im Einsatz.

Insgesamt 51 Löschflugzeuge und -helikopter stehen gegen die Flammen im Einsatz.

DPA

Darum gehts

  • In Andalusien wüten seit nunmehr sechs Tagen heftige Waldbrände.

  • Bislang wurde die Fläche von rund 11’000 Fussballfeldern Wald zerstört.

  • Einsetzender Regen entlastete die Löscharbeiten, konnte den Brand aber nicht stoppen.

Ein besonders heftiger Brand an der Costa del Sol im Süden Spaniens hat bereits rund 8000 Hektar Wald zerstört – eine Fläche, die rund 11’000 Fussballfeldern entspricht. Erstmals seit Ausbruch des Feuers am vergangenen Mittwoch mache man bei der Bekämpfung der Flammen nun aber deutliche Fortschritte, erklärte am Montag der Innenminister der Region Andalusien, Elías Bendodo. Einsetzender Regen verschaffte den Löschkräften eine Atempause – laut Juan Sánchez, Chef der Feuerwehr in der Region Andalusien – konnte der Regen das Feuer nicht löschen, aber die Löscharbeiten verkürzen.

Wegen des Feuers mussten insgesamt mehr als 2600 Bewohnerinnen und Bewohner von sechs kleineren Gemeinden in Sicherheit gebracht werden. Ob darunter auch Touristinnen und Touristen sind, wurde nicht mitgeteilt. Hoteliers stellten für diese Menschen mehr als 600 Betten zur Verfügung. Ein Feuerwehrmann starb bei den Löscharbeiten am vergangenen Donnerstag.

«Bisher hatten wir nicht alle Mittel an allen Fronten einsetzen können, aber in der Nacht haben wir es geschafft», erklärte Elías Bendodo vor Journalistinnen und Journalisten. Nun werde in der betroffenen Region am Fusse der Bergkette Sierra Bermeja nahe der Küstengemeinde Estepona und etwa 80 Kilometer südwestlich von Málaga «wirksam gearbeitet». Für die nächsten Tage vorhergesagter weiterer Regen wecke zudem Hoffnung.

Zahl der Löschkräfte massiv erhöht

Nach Angaben der andalusischen Behörden wurde unterdessen am Montag die Zahl der Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Zivilschutzes und des Militärs von 600 auf knapp 1000 erhöht. Sie würden unter anderem von insgesamt 51 Löschflugzeugen und -hubschraubern unterstützt. Wegen des dichten Rauches musste die im Sommer auch von Touristinnen und Touristen vielbefahrene Autobahn AP7 immer wieder gesperrt werden. Die Ursache des Waldbrandes war zunächst noch unbekannt. Die Behörden gehen von Brandstiftung aus, da der Brand an mehreren Stellen gleichzeitig begann.

«Einen solchen Waldbrand hatte es in Andalusien und wohl auch in Spanien seit Jahren nicht mehr gegeben», hatte der andalusische Regionalpräsident Juanma Moreno am Sonntag betont. Víctor Resco, Professor für Forsttechnik an der Universität von Lleida, erklärte im Radiointerview, die Feuerwolke sei wie ein Sturm. Sie könne durch elektrische Entladungen neue Brandfronten bilden.

Auch seltene Tierarten betroffen

Das Feuer bedroht auch Dutzende geschützter Tierarten, wie der «Diario del Sur» berichtet. In der Sierra Bermeja, wo es ein grosses Naturschutzgebiet gibt, und dem nahen Genal-Tal leben laut der Zeitung 14 wirbellose Tierarten, die nur dort vorkommen. So sind etwa Chamäleons, Eidechsen, mehrere Schlangenarten und Frösche, aber auch zahlreiche Vogelarten wie Steinadler oder Uhus sowie Bergziegen, Rehe und Luchse betroffen. Tierschützerinnen und Tierschützer sind im Einsatz, um zu helfen: «Es ist eine riesige Welle der Solidarität ausgebrochen; Tierärztinnen und Tierärzte haben angeboten, kostenlos betroffene Haus- und Wildtiere zu behandeln und es wurden Medizin- und Futterspenden gesammelt und Pflegestellen für die Tiere der Evakuierten angeboten», berichtet eine Leserin aus Andalusien. «Das beeindruckt mich sehr, zumal hier viele Leute in einfachen Verhältnissen leben und selber nicht im Überfluss schwimmen.»

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(DPA/AFP/trx)

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