Waldi: Quicklebendigen Europameister in Basel für tot erklärt
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Waldi: Quicklebendigen Europameister in Basel für tot erklärt

Grober Schnitzer an der Basler Boxnacht vom Samstag: In seinem WM-Vorbericht erklärte der in der Schweiz wohnhafte ARD-Moderator Waldemar Hartmann den deutschen Ex-Europameister Jürgen Blin für tot. Dieser ist jedoch fit und munter - und nervt sich gewaltig über den Faux-pas.

Da hat sich der in Chur wohnhafte ARD-Moderator Waldemar Hartmann (58) bös vergriffen. Der beliebte Moderator Waldemar Hartmann erklärte in seinem Vorbericht den ehemaligen deutschen Europameister Jürgen Blin (63) kurzerhand für tot - und das nicht nur vor 9000 Zuschauern in der Halle, sondern auch vor rund 8 Millionen TV-Zuschauern in Deutschland und der Schweiz. Hartmann sagte, dass der grosse Mohammed Ali auch schon in der Schweiz geboxt habe, gegen «den vor kurzem verstorbenen deutschen Schwergewichtsboxer Jürgen Blin».

Blin ist aber nicht nur am Leben, sondern auch fit und munter. Gegenüber der deutschen Bild-Zeitung regte sich Blin gewaltig auf: «Frechheit, das hat mich fast aus dem Sessel gehauen. Kein Mensch hat den Fehler während der Sendung korrigiert. Vielleicht hat man mich mit meinem 2004 verstorbenen Sohn Knut verwechselt. Ich bin fit wie ein Turnschuh und fordere eine Richtigstellung in der Tagesschau.»

Hartmann selbst - der 2003 in die Schlagzeilen geriet, als er vom damaligen deutschen Bundestrainer Rudi Völler arg angegangen wurde («man kann einfach kritisieren, wenn man drei Weizen intus hat») - ist zerknirscht: «Ich bin todunglücklich. Es ist das Schlimmste, was passieren kann. Aber in der Vorbesprechung zur Sendung erklärte mir unser leitende Redakteur Steffen Lunkenheimer auf mehrmalige Nachfrage, dass Blin tot sei.»

Der angeschuldigte Lunkenheimer nimmt in der Bild-Zeitung die Schuld auf sich: «Ich hatte Waldi falsch informiert. Bei Jürgen Blin habe ich mich tausendfach entschuldigt.» Hartmann und Lunkenheimer boten gar ihren Rücktritt an - was beim ARD allerdings kein Thema ist.

Zur Versöhnung wollen Lunkenheimer und Hartmann den «Un-Toten» zum nächsten Kampf zu einem Versöhnungsgespräch ins TV-Studio einladen. «Ich hoffe, dass auf Jürgen Blin der alte Spruch zutrifft: Totgesagte leben länger», so Hartmann.

(mat)

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