Aktualisiert 13.01.2014 23:37

Littering-AlarmWaldverschmutzer treiben im Seeland ihr Unwesen

Vermehrt entsorgen Seeländer Abfallsünder ihren Müll in Wäldern. In den betroffenen Gemeinden regt sich Widerstand.

von
Christoph Albrecht
Jeden Tag durchforstet Ulrich Peter (69) den von ihm betreuten Wald nach illegal deponierten Abfall. Dabei stösst er nebst leeren Flaschen auch mal auf Sperrmüll: «Ich habe schon ganze Küchen samt Schüttstein und Schränke gefunden.»

Jeden Tag durchforstet Ulrich Peter (69) den von ihm betreuten Wald nach illegal deponierten Abfall. Dabei stösst er nebst leeren Flaschen auch mal auf Sperrmüll: «Ich habe schon ganze Küchen samt Schüttstein und Schränke gefunden.»

Ob alte Pneus, Elektrogeräte oder ganze Wohnungseinrichtungen – immer öfter missbrauchen Abfallsünder abgelegene Waldstücke, um Sperrmüll gratis zu entsorgen: «Die Leute werden immer achtloser», ärgert sich Ulrich Peter, Präsident der Forstkommission der Burgergemeinde Aarberg.

In den von ihm betreuten 110 Hektaren Wald stosse er täglich auf neuen Unrat: «Ich habe schon ganze Küchen samt Schüttstein und Schränke gefunden», so Peter.

Mit Kamera gegen Abfallsünder

Im Kampf gegen die Waldverschmutzer hat der 69-Jährige unlängst zu drastischen Mitteln gegriffen: «Wir haben an einer bei Abfallsündern beliebten Stelle eine Kamera installiert», so Peter. Allerdings nur versuchsweise, da aus Datenschutzgründen eine Bewilligung nötig wäre.

Schützenhilfe erhält Peter inds von Hündelern und Spaziergängern: «Sie liefern mir wichtige Hinweise zu neuen Verschmutzungen.»

In Lengnau kämpft man nicht nur gegen das Wald-Littering, sondern auch gegen illegale Siedler: «Kürzlich mussten wir einen Bau mit Matratze, Kochstelle und Blachen beseitigen», sagt Jonas Walther, Forstleiter von der Burgergemeinde Lengnau.

Kopfzerbrechen bereiten ihm zudem illegal entsorgte Gartenabfälle: «Sie verdrängen die einheimischen Pflanzenarten», warnt Walther.

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