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Walfangstreit geht in die nächste Runde

Die Fronten zwischen Walschützern und Befürwortern des Walfangs sind seit Jahren verhärtet. Im Mittelpunkt der Debatte steht die Frage, ob das Verbot des kommerziellen Walfangs aufrecht erhalten werden soll.

Bisher konnte sich die Partei der Artenschützer bei den Jahrestagungen der Internationalen Walfangkommission (IWC) noch durchsetzen. Doch fürchten Naturschutzverbände, dass sich das Stimmenverhältnis zu Gunsten der Moratoriumsgegner immer mehr verschiebt und das Verbot auf der Kippe steht.

Die bevorstehende 57. IWC-Konferenz vom 20. bis 24. Juni in der südkoreanischen Küstenstadt Ulsan könnte deshalb eine neue Situation schaffen.

Pattsituation

Zwar wird es auch diesmal für die Befürworter des Walfangs schwierig werden, eine Abschaffung des seit 1986 bestehenden Moratoriums durchzusetzen, weil sie dafür eine Dreiviertelmehrheit benötigen. Noch stehen sich beide Seiten in einer Art Patt gegenüber.

Doch wird bei einem Übergewicht der von Japan, Norwegen und Island angeführten Walfangbefürworter die Zukunft des Fangstopps immer ungewisser. «Das wäre ein fatales Signal an die Welt», warnt Voker Homes, Artenschutzexperte bei der Umweltstiftung WWF Deutschland.

Walschutz geschwächt

Der Wiederaufnahme einer eng begrenzten kommerziellen Waljagd in geographisch festgelegten Gebieten würde die Schweiz nur zustimmen, wenn die Nachhaltigkeit wissenschaftlich nachgewiesen und die Jagdquoten wirksam kontrolliert werden.

Initiativen zur Einführung weiterer Schutzgebiete für Wale könnten zudem kaum noch durchgebracht und die Position der am Walschutz interessierten Nationen wie die Schweiz und Deutschland weiter geschwächt werden.

Schweiz als Vermittlerin

Die Schweiz wird sich in der IWC für eine Fortführung der Schutzmassnahmen zu Gunsten bedrohter Walarten einsetzen. Sie will dabei als Binnenland die Rolle eines verlässlichen und vermittelnden Gesprächspartners spielen, wenn die Standpunkte innerhalb der IWC nicht mehr vereinbar scheinen.

Die Schweiz unterstützt die Einrichtung neuer Walschutzzonen, wenn die Anrainerstaaten im Prinzip dafür sind, und sie befürwortet Forschungsarbeiten über die Auswirkung schädigender Umwelteinflüsse auf Wale. Sie ist bereit, ihren Beitrag zur Reduktion der Schadstoffe zu leisten.

Moratorium unterwandert

Gruppen wie Greenpeace fordern angesichts der festgefahrenden Verhandlungen eine radikale Reform der IWC, da das Moratorium durch den so genannten wissenschaftlichen Walfang ohnehin bereits umgangen werde.

Japan wird seit Jahren vorgeworfen, durch Wirtschaftshilfe für Entwicklungsländer bei der Stimmenkauf zu betreiben. Die Japaner haben schon wiederholt mit dem Ausstieg aus der Kommission gedroht. Sie argumentieren, dass sich die meisten Walbestände wieder erholt hätten.

Deckmantel Wissenschaft

Unter dem Deckmantel der Wissenschaft habe die japanische Walfangflotte trotz des Moratoriums in den vergangenen 20 Jahren mehr als 7000 Zwerg-, Pott-, Sei- und Brydewale gejagt und getötet, beklagt der WWF.

Die Schweiz würde der Wiederaufnahme einer eng begrenzten kommerziellen Waljagd in geographisch festgelegten Gebieten nur zustimmen, wenn die Nachhaltigkeit wissenschaftlich nachgewiesen und die Jagdquoten wirksam kontrolliert werden. (sda)

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