«Wall Street Journal»: Finanzielle Probleme
Aktualisiert

«Wall Street Journal»: Finanzielle Probleme

Das «Wall Street Journal» fährt hohe Verluste ein: Experten befürchten, dass die angesehenste Wirtschaftszeitung der Welt ins Nichts abstürzt.

«Das Journal droht irrelevant zu werden», sagte der Journalismusprofessor Adam Penenberg von der New York University gegenüber dem Nachrichtenmagazin «Der Spiegel». Grund sei unter anderem das veraltete Nutzungskonzept für die Online-Ausgabe. Als einzige US-Zeitung kann das Journal online nicht umsonst gelesen werden – selbst für die Ansicht der Artikel auf der Homepage wird eine Nutzungsgebühr erhoben. Die Folge: Wer ein Thema googelt, kommt nie auf eine «Wall Street Journal»-Seite – die potenziellen Einnahmen durch Online-Werbung entfallen. Gleichzeitig ist der Anzeigenmarkt im ersten Quartal um weitere 11 Prozent eingebrochen. Der ganze Printbereich des Verlags Dow Jones (DJ), der neben dem «Wall Street Journal» 33 weitere Titel herausgibt, hat im ersten Quartal Verluste von 7,1 Millionen Dollar eingefahren.

Der DJ-Kurs liegt im Keller, und die Aktionäre drängen nun die Eignerfamilie Bancroft, ihre Aktienmehrheit aufzugeben und den ganzen Verlag zum Verkauf auszuschreiben. Die Bancrofts wiederum wollen mit allen Mitteln ihre Kontrollmajorität behalten.

(mhb)

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