Aktualisiert 05.08.2008 20:59

BörseWall Street kriegt Flügel

Niedrigere Rohölpreise und die Fed- Entscheidung für einen unveränderten Leitzins haben die US-Börsen beflügelt. Die drei wichtigsten Indizes kletterten jeweils rund 2,8 Prozent in die Höhe.

Ein deutlicher Preisrückgang beim Rohöl weckte im Verlauf die Hoffnung der Anleger, dass Verbrauchern und Unternehmen nun wieder mehr Geld für andere Ausgaben zur Verfügung steht. Die Märkte bauten ihre Gewinne nach der Fed-Entscheidung weiter aus. Anleger griffen überall beherzt zu, besonders gefragt waren aber Luftfahrt- , Industrie, Einzelhandels- und Finanzwerte.

Gedämpfte Inflationssorgen

Der Ölpreisrutsch dämpfte zudem die Inflationssorgen. Die US- Notenbank Fed verwies zwar in ihrer Zinsentscheidung auf die hohe Preissteigerungsrate. Der unveränderte Leitzins von zwei Prozent bestätigte die Investoren jedoch in ihrer Erwartung, dass die Notenbanker um Ben Bernanke vorerst noch nicht die Zeit für gekommen halten, die Zügel anzuziehen.

«Der Markt scheint durchaus positiv auf die Vorstellung zu reagieren, dass die Fed die Zinsen in nächster Zeit nicht senken wird», sagte Richard Sparks von Schaeffer's Investment Research.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Geschäftsverlauf zwischen einem Hoch von 11.615 und einem Tief von 11.286 Zählern. Er verliess den Handel 2,9 Prozent im Plus bei 11.615 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index gewann 2,8 Prozent auf 1284 Zähler. Der Technologie-Index Nasdaq kletterte um ebenfalls 2,8 Prozent auf 2349 Stellen.

Günstiges Öl

Ein Barrel Öl der Sorte WTI kostete 118.67 Dollar. Damit war der Rohstoff so günstig wie seit Anfang Mai nicht mehr. Mit der Aussicht auf sinkende Energiekosten gehörten denn auch Luftfahrt- und Industriekonzerne zu den grössten Gewinnern.

Die Aktien von Delta Airlines legten 7,1 Prozent zu, Continental Airlines-Papiere schossen mehr als 11,7 Prozent in die Höhe. Boeing schnellte rund 6,3 Prozent nach oben. General Electric gewannen 3,8 Prozent, Procter & Gamble 3,3 Prozent. Der Versicherer American International Group verteuerte sich auch dank einer Heraufstufung um satte zwölf Prozent.

Die Hoffnung auf höhere Gewinne dank kauffreudigerer Kunden liess die Anteile des weltgrössten Einzelhändlers, Wal-Mart, 3,3 Prozent zulegen. Konkurrent Target gewann sogar 6,6 Prozent.

Der ISM-Index wurde im Juli mit 49,5 beziffert nach 48,2 im Juni. Ein Stand unter 50 Punkten signalisiert ein Schrumpfen der Geschäftstätigkeit. Von Reuters befragte Experten hatten für Juli mit 48,5 Punkten gerechnet. Aus den ISM-Zahlen ging auch ein Rückgang der Dienstleistungspreise hervor.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,4 Milliarden Aktien den Besitzer. 2377 Werte legten zu, 752 gaben nach und 82 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von rund 2,3 Milliarden Aktien 1937 Titel im Plus, 884 im Minus und 119 unverändert.

(sda)

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