Wallis: Dörfer von der Umwelt abgeschnitten
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Wallis: Dörfer von der Umwelt abgeschnitten

Die seit Tagen erwartete Unwetterfront hat vor allem dem Wallis bis zu 45 Zentimetern Neuschnee gebracht. Strassen und Bahnlinien mussten wegen Lawinengefahr gesperrt werden.

Die Meteorlogen von MeteoSchweiz hielten am Mittwoch die Unwetterwarnung für die westlichen Voralpen, die Waadtländer Alpen und Teile des Wallis aufrecht. Dort wurden bis zum Donnerstagmittag Neuschneemengen von nochmals bis zu 60 Zentimetern erwartet. Im Unterwallis und in den südlichen Berner Alpen, wo es bereits am Mittwoch 30 bis 45 Zentimeter Neuschnee gab, sollten die grössten Mengen fallen, wie Roland Mühlebach von MeteoSchweiz auf Anfrage sagte. Teils wurden auf 2.000 Metern Höhe auch Sturmwinde mit Spitzen bis zu 120 Kilometern pro Stunde erwartet. Aufgrund dieser Situation setzte das Lawineninstitut die Lawinengefahr für Teile der Berggebiete auf die Stufe «gross» herauf.

Im Wallis wurden am Abend das Obergoms ab Niederwald sowie die Verbindung nach Zermatt ab Täsch für den Bahn- und Strassenverkehr aus Sicherheitsgründen gesperrt. Gleiches galt für die Strecke Hospental - Realp auf der Urner Seite. Kritisch war die Situation auch im Lötschental und auf der Zufahrt nach Leukerbad, wie der Walliser Polizeisprecher Renato Kalbermatten sagte.

Lawinenopfer wurden am Mittwoch nicht gemeldet, wie eine Umfrage ergab. Am Rande einer Skipiste in der Nähe der Chippis-Hütte in St-Luc im Wallis wurde ein Skifahrer von einem Touristen tot aufgefunden. Nach ersten Erkenntnissen war der 19-jährige, in Schweden wohnhafte Walliser gestürzt und liegengeblieben. Bei Crans-Montana erlitt ein «Freerider» bei einem Sprung über einen Felsvorsprung Rückenverletzungen.

Im Flachland zwischen Genf und dem Bodensee gingen die Schneefälle mit der einbrechenden Warmfront verbreitet in Regen über. Die Schneefallgrenze stieg auf 1.000 bis 1.500 Meter. Die Regenmengen lagen zwischen fünf und ungefähr 15 Litern pro Quadratmeter, wobei im Raum Aargau und Zürich entlang der Limmat am meisten fiel.

Im ausserrhodischen Schwellbrunn brach am Mittwoch um die Mittagszeit unter der Schneelast das Dach einer Holzbaufirma auf einer Länge von ungefähr 50 Metern ein. Verletzt wurde niemand, da die 15 Angestellten in der Mittagspause waren. Nach der Prüfung durch einen Experten wurde der schwere Schnee mit Kranfahrzeugen von den einsturzgefährdeten Holzkonstruktion der grossen Halle entfernt. Bereits am (gestrigen) Dienstag war in einem Weiler bei Paquier im Kantonen Neuenburg das Dach einer Scheune unter der Schneelast eingestürzt. (dapd)

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