Walliser Beamte müssen zwei Jahre länger arbeiten
Aktualisiert

Walliser Beamte müssen zwei Jahre länger arbeiten

Lehrer, Polizisten und alle anderen Angestellten des Kantons Wallis müssen künftig zwei Jahre länger arbeiten. Das Parlament hat den Vorschlag der Regierung mit 74 zu 42 Stimmen in erster Lesung gutgeheissen.

Neu werden Lehrer mit 62 Jahren, Polizisten und andere Kantonsangestellte mit 60 Jahren pensioniert. Im vergangenen Dezember hatte die Regierung einen Sanierungsplan für zwei kantonalen Pensionskassen vorgelegt. Dieser sieht unter anderem vor, das Rentenalter des Staatspersonals anzuheben.

Der gesamte Sanierungsplan der Regierung wurde mit 96 zu 21 Stimmen bei zehn Enthaltungen gutgeheissen. So wird ab 2009 das Leistungsprimat durch das Beitragsprimat ersetzt, und der Kanton schiesst zur Rekapitalisierung der Pensionskassen 550 Millionen Franken ein.

Linker Widerstand

Der Sanierungsplan war im Vorfeld auf breiten Widerstand gestossen. Die SP wollte am Status Quo festhalten. Der Walliser Zentralverband der Magistraten, Lehrer und Beamten (ZMLB) zog bereits ein Referendum in Betracht.

Nach einem Streitgespräch zwischen Vertretern des ZLMB und des Unternehmerverbandes am Unterwalliser Lokalfernsehen war es zwischen den beiden Parteien sogar zu Handgreiflichkeiten gekommen. Der ZLMB-Generalsekretär wurde im Gesicht und im Rücken verletzt.

Die kantonalen Pensionskassen sind in einem desolaten Zustand. Die Pensionskasse der Lehrer hat noch einen Deckungsgrad von rund 40 Prozent, jene der Magistraten und Polizisten einen Deckungsgrad von etwas über 50 Prozent.

Eine parlamentarische Untersuchungskommission hatte Anfang 2005 festgestellt, dass die Pensionskasssen mangelhaft geführt worden waren. Daraufhin wurden Strafuntersuchungen gegen frühere Verantwortliche eingeleitet. (sda)

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