Kirchenknatsch: Walliser jagen polnischen Priester zum Teufel
Aktualisiert

KirchenknatschWalliser jagen polnischen Priester zum Teufel

Der Obergommer Pfarrer Wojciech Filipowicz muss gehen. Grund für die fristlose Entlassung sind die Mentalität und unhaltbare Äusserungen des polnischen Geistlichen.

Filipowicz, der für die Pfarreien Oberwald, Obergesteln und Ulrichen im oberen Goms verantwortlich war, habe nach Lust und Laune Gottensdienste ausfallen lassen, sei rechthaberisch gewesen und habe nicht zuletzt auch sprachliche Schwierigkeiten gehabt, wie Generalvikar Josef Zimmermann eine Meldung des «Walliser Boten» vom Montag bestätigte. In die hiesige Mentalität habe er sich nie einleben können, sagte Zimmermann.

Das Fass zum Überlaufen gebracht hat ein Kommentar im Pfarrblatt vom November: Im Goms wolle man nichts von der wahren Lehre wissen, schrieb Filipowicz. Von solchen Menschen gelte es sich fernzuhalten. Einen nächsten Priester ins Obergoms zu schicken wäre schade. Dafür sei es schon zu spät.

Nach diesen Äusserungen wollte Bischof Norbert Brunner nicht einmal mehr den auf Januar 2009 ohnehin geplanten Abgang von Filipowicz abwarten. Er entliess den streitbaren Pfarrer, der seit September 2000 im Bistum Sitten tätig war, fristlos. Ein entsprechendes Schreiben Brunners wurde am Wochenende in den Gottesdiensten verlesen.

Filipowicz, der seinen Seelsorgeauftrag trotz des Zerwürfnisses behält, kehrt in seine Heimat Polen zurück. Die Verantwortung für die drei Pfarreien werden laut Generalvikar Zimmermann vorerst Dekan Anton Karlen und Altpfarrer Josef Schmid übernehmen. Wann über eine definitive Lösung entschieden werde, sei unklar. (sda)

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