Wegen eines Kieselsteins: Walliser Polizei-Chef in der Türkei in Haft
Aktualisiert

Wegen eines KieselsteinsWalliser Polizei-Chef in der Türkei in Haft

Bei der Rückreise aus den Ferien ist der Kommandant der Walliser Kantonspolizei am Flughafen festgenommen worden. Christian Varone befindet sich nach wie vor in der Türkei in Haft.

Christian Varone ist laut seinem Bruder festgenommen worden, weil in seiner Reisetasche ein Kieselstein gefunden wurde.

Christian Varone ist laut seinem Bruder festgenommen worden, weil in seiner Reisetasche ein Kieselstein gefunden wurde.

Der Walliser Polizeikommandant Christian Varone ist am Freitag auf der Rückreise von einer privaten Ferienreise von der türkischen Polizei festgenommen worden. Eine entsprechende Meldung des Radio Rhône FM bestätigte die Walliser Staatsratspräsidentin Esther Waeber-Kalbermatten gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Sie sei vom stellvertretenden Kommandanten der Kantonspolizei über die Festnahme informiert worden, erklärte Waeber-Kalbermatten am Montag. Zum aktuellen Zeitpunkt seien ihr jedoch keine Details bekannt. Sie warte noch auf nähere Angaben von Varones Familie. Varones Stellvertretung sei sichergestellt.

Varone war mit seiner Familie in der Region von Antalya in den Ferien, wie sein Bruder Patrick Varone der Nachrichtenagentur SDA sagte. Auf einem Spaziergang auf einem öffentlichen Weg, der an einer archäologischen Fundstätte vorbeigeführt habe, habe eines der Kinder einen Stein aufgehoben.

Stein des Anstosses

Der Kieselstein habe dem Kind gefallen und es habe ihn eingesteckt, sagte Varones Bruder. Zum Vorschein kam der buchstäbliche Stein des Anstosses offenbar, als Varones Reisetasche vor dem Rückflug in die Schweiz am Freitag am Flughafen kontrolliert wurde.

Varones Bruder begab sich vor Ort in die Türkei, um sich ein besseres Bild der Lage zu verschaffen. Mit ihm reiste auch die Ehefrau des Polizeikommandanten. Sie hatte am Freitag die Kinder in die Schweiz zurückgebracht.

Christian Varone konnten die beiden am Montag vorerst nicht sehen. Eine erste Anhörung des Festgenommenen war auf Montagnachmittag angesetzt. Am Abend wollten Varones Bruder und Ehefrau die amtliche Anwältin des Polizeikommandanten treffen.

Schweizer Botschaft unterstützt Varone

In der Türkei erhält Varone Unterstützung von Seiten der Schweizer Botschaft in Ankara. Diese biete ihm im Rahmen des konsularischen Schutzes ihre Dienste an und sei in Kontakt mit den lokalen Behörden, wie ein Sprecher des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) auf Anfrage der erklärte.

Bei der Walliser Kantonspolizei herrscht Verblüffung über den Vorfall, wie Sprecher Jean-Marie Bornet sagte. Eine Festnahme wegen eines am Wegrand aufgelesenen Steines sei schwierig zu verstehen, sagte er. (sda)

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