Brig VS - Walliser Priester und Lehrer verbreitet an Demo Verschwörungstheorien
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Brig VS Walliser Priester und Lehrer verbreitet an Demo Verschwörungstheorien

An der Anti-Corona-Demo in Brig bezeichnete ein Priester die Corona-Massnahmen als «Krieg». Da er auch Mittelschullehrer ist, wird nun geprüft, ob die Aktion Folgen haben wird.

von
Zoé Stoller
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An der Anti-Corona-Demo in Brig äusserte sich ein Mittelschullehrer staatskritisch.

An der Anti-Corona-Demo in Brig äusserte sich ein Mittelschullehrer staatskritisch.

News-Scout (Screenshot)
Bereits 2019 hatte er den Klimawandel mit Terrorismus verglichen.

Bereits 2019 hatte er den Klimawandel mit Terrorismus verglichen.

dpa/Philipp von Ditfurth (Symbolbild)
Bildungsminister Christophe Darbellay sagt, die Angelegenheit werde geprüft.

Bildungsminister Christophe Darbellay sagt, die Angelegenheit werde geprüft.

darbellay.ch

Darum gehts

  • Ein Mittelschullehrer hielt an einer Anti-Corona-Demo eine Rede, in welcher er den Staat kritisierte.

  • Er war bereits im Jahr 2019 aufgefallen, als er den Klimanotstand mit Terrorismus verglich.

  • Er ist bereits der zweite Verschwörungstheoretiker, der beim Kanton Wallis angestellt ist.

Ein russisch-orthodoxer Pope hielt vergangenen Samstag an der Anti-Corona-Demonstration in Brig eine Rede, in welcher er sich staatskritisch äusserte. Bemerkenswert ist, dass der Mann Lehrer an einer Unterwalliser Mittelschule und somit selbst Staatsangestellter ist, wie der «Walliser Bote» schreibt.

Es sei ein «Krieg, der derzeit stattfindet», sagte Pierre Dimitri Mottier, so der Name des Priesters aus Sitten, letzten Samstag an der Briger Demonstration gegen die Corona-Massnahmen und gegen die Impfkampagne. Vor rund 200 Demonstrantinnen und Demonstranten machte er staatskritische und esoterisch-religiöse Aussagen. Dies, obwohl er selbst beim Staat angestellt und an der Ecole de culture générale und Ecole préprofesssionelle (ECCG-EPP) naturwissenschaftliche Fächer unterrichtet.

«Dienststelle prüft Angelegenheit»

Bereits 2019 waren Untersuchungen gegen Mottier eingeleitet worden, weil er den Klimanotstand mit Terrorismus verglich. Des Weiteren kritisierte er in einem Video den Tag der nachhaltigen Entwicklung in den Walliser Schulen, der von Staatsrat Christophe Darbellay lanciert worden war. Es wurden damals jedoch keine verwaltungsrechtlichen Sanktionen verhängt. Zur aktuellen Angelegenheit sagt Darbellay: «Die Dienststelle prüft die Angelegenheit und wird über eine allfällige Administrativuntersuchung entscheiden.»

Mottier ist nicht der erste Walliser Kantonsangestellte im Bildungsbereich, der Verschwörungstheorien verbreitet. Der Fall erinnert an den ehemaligen Chef der kantonalen Dienststelle für Berufsbildung, Claude Pottier, der Darbellay unterstellt war. Pottier hatte die Impfung Ende Juli auf Facebook kritisch gewürdigt. Damals sagte Darbellay: «Claude Pottier soll sich in Zurückhaltung üben, um Gerüchte zu vermeiden, die dem Kanton schaden könnten.» Pottier hat nun sein Amt beim Kanton Wallis abgelegt und ist seit dem 1. September Direktor des Schweizerischen Dienstleistungszentrums Berufsbildung (SDBB). Da seine Amtszeit sowieso bald zu Ende war, sass Darbellay das Problem aus, sodass er keine Konsequenzen zog.

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