Walliser Wolf abgeschossen
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Walliser Wolf abgeschossen

Im Goms VS ist ein Wolf getötet worden. Ein Wildhüter hat das Tier in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag geschossen. Es handelt sich um eine Wölfin, die zwischen Juli und August im Goms über 30 Schafe gerissen hat.

Der Kanton hatte das Tier deshalb Ende August zum Abschuss freigegeben. Trotz der Jagdsaison, in der sich neben den Wildhütern auch Hobbyjäger auf die Wolfspirsch begaben, fehlte von der Wölfin seither jede Spur.

Wie die Walliser Regierung am Freitag nun mitteilte, machte sich die Wölfin diese Woche wieder bemerkbar. Sie riss ein Hirschkalb. Die Wildhüter, die das Gebiet, in dem die Wölfin Schafe gerissen hatte, überwachten, legten sich deshalb beim Riss auf die Lauer. Mit Erfolg: In der Nacht auf Donnerstag gelang der Abschuss.

Zum Ort wo die Wölfin genau abgeschossen wurde, wollten die Behörden keine weiteren Angaben machen. Der Kadaver des Tiers wurde ins Tierspital Bern zur genauen Analyse überführt. Die Autopsie soll Aufschluss über Alter und Verfassung des Tiers geben.

Aus Italien zugezogen

Die Wölfin war vermutlich im April in die Schweiz eingewandert. Am 12. April hatte sie oberhalb von Gluringen VS ein Hirschkalb gerissen. Eine Gen-Analyse von Kotproben hatte gezeigt, dass das Tier aus einem italienischen Rudel stammte. Es war der 14. Wolf, der seit 1995 in der Schweiz nachgewiesen wurde.

Im Wallis macht derzeit ein weiterer Wolf Schlagzeilen. Ende September wurde im Val d'Illiez eine Schafherde angegriffen. Auf einen Schlag biss das Tier 25 Schafe tot. Bei einer weiteren Attacke starben fünf Schafe.

Der Kanton hat auch diesen Wolf zum Abschuss freigegeben. Der WWF erwägt dagegen jedoch einen Rekurs, da aus Sicht der Umweltorganisation nicht eindeutig geklärt ist, ob es sich bei den beiden Angriffen um ein und dasselbe Tier handelt. Experten gehen nämlich davon aus, dass bis zu zehn Wölfe im Wallis herumziehen und dass diese auch im Rudel jagen. (dapd)

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