Walliser Wolf wurde schon früher beschossen
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Walliser Wolf wurde schon früher beschossen

Der Wolf, der im November im Wallis erschossen wurde, war ein Männchen. Bereits lange vor dem finalen Treffer war das Raubtier mit einer Schrotladung eingedeckt worden.

Das am vergangenen 21. November im Chablais erlegte Tier wurde am Tierspital Bern und im Genetik-Labor Lausanne untersucht. Nach Angaben des Bundesamts für Umwelt (BAFU) ergab sich dabei, dass es sich um ein ausgewachsenes Männchen in gutem Allgemeinzustand aus der italienischen Population handelte. Die Röntgenbilder zeigten zudem, dass der Wolf früher mit Schrot beschossen worden war. Wo dieser illegale Akt geschah - in Italien, Frankreich oder der Schweiz - ist nicht klar, wie es in der Mitteilung heisst. Gemäss den Resultaten der genetischen Analyse sei das Tier zum ersten Mal in der Schweiz festgestellt worden.

Ziemlich sicher ein Wolfspärchen

Reinhard Schnidrig, Leiter der BAFU-Sektion Jagd, Wildtiere und Waldbiodiversität, sagte auf Anfrage, mit grosser Wahrscheinlichkeit sei der Wolf im Chablais zusammen mit einer Wölfin unterwegs gewesen. In der Nacht zum letzten 27. September waren bei einem Angriff auf der Alpe Conche 31 Schafe gerissen worden. Ein zweiter Angriff erfolgte in der Region Onne am 16. Oktober. Während beim ersten Angriff das Geschlecht nicht nachgewiesen werden konnte, war nach den Erkenntnissen der Behörden für den zweiten Angriff ein Weibchen verantwortlich gewesen. Deshalb ist der eidgenössische Jagdinspektor davon überzeugt, dass im Chablais ein Wolfspaar unterwegs war. Und zwar der am 21. November geschossene Wolf zusammen mit der noch lebenden Wölfin. Dies würde auch den äusserst heftigen Angriff auf der Alpe Conche erklären. «Zudem wäre es ein Nachweis für die Vermutung, dass in der Schweiz die Rudelbildung beginnt», sagte Schnidrig. Und zwar in Form von reproduzierenden Paaren.

Müssig ist gemäss dem Jagdinspektor die Debatte, ob im Chablais der richtige Wolf geschossen wurde. Nach dem geltenden Wolfkonzept sei entscheidend, dass sich das geschossene Tier im definierten Schadensperimeter aufgehalten habe. «Es gibt hier keinen falschen Wolf», sagte Schnidrig. (dapd)

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