17.08.2020 16:32

Ferien-KatastropheWalliserin verliert 20’000 Franken an Camper-Betrüger

Eine Frau aus dem Wallis wollte online einen Camper bestellen und ging Betrügern in die Falle. Sie hat 20’000 Franken verloren. Vor ihr ist bereits eine Familie aus Zürich auf die gleiche Masche hereingefallen.

von
Barbara Scherer
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Diesen Camper wollte eine Walliserin, die anonym bleiben möchte, online günstig kaufen.

Diesen Camper wollte eine Walliserin, die anonym bleiben möchte, online günstig kaufen.

Leserreporter
Der Verkäufer gab sich als Niederländer aus und schlug vor, dass Fahrzeug in die Schweiz zu bringen.

Der Verkäufer gab sich als Niederländer aus und schlug vor, dass Fahrzeug in die Schweiz zu bringen.

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Dafür musste die Walliserin im Voraus eine Kaution von 20’000 Franken zahlen. Der Camper kam aber nicht.

Dafür musste die Walliserin im Voraus eine Kaution von 20’000 Franken zahlen. Der Camper kam aber nicht.

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Darum gehts

  • Eine Frau aus dem Wallis wurde um 20’000 Franken betrogen.
  • Sie wollte einen Occasion-Camper online kaufen.
  • Die Betrüger haben mit der gleichen Masche bereits eine Familie aus Zürich abgezockt.

Campieren ist in der Corona-Krise beliebt. Denn so lassen sich Hotels und Menschenmassen vermeiden. Der Trend ist einer Walliserin, die anonym bleiben möchte, zum Verhängnis geworden: Sie wollte online einen Camper bestellen und fiel auf eine Betrugsmasche herein, wie «20 minutes» berichtet.

Sie ist nicht das erste Opfer: Eine Familie aus Zürich ging wohl denselben Betrügern in die Falle. Die junge Familie wollte sich einen Traum erfüllen und einen Occasion-Camper online kaufen. Stattdessen verloren sie über 40’000 Franken und damit ihr ganzes Erspartes.

Kaution im Voraus bezahlt

Die Betrüger boten einen Camper der Marke Mercedes Marco Polo auf den Plattformen Anibis und Autoscout an. Der angebliche Verkäufer gab sich bei der Walliserin als Niederländer aus, der nach Hause zurückgekehrt sei.

Dabei habe die Kontaktperson vertrauenswürdig gewirkt: «Er schickte mir sehr schnell eine Kopie seines Personalausweises.» Dann schlug der Verkäufer dem Opfer vor, das Wohnmobil in die Schweiz zu liefern. Dafür müsse sie nur eine Kaution von 20’000 Franken im Voraus bezahlen. Die Walliserin zahlte den Betrag – doch der Camper traf nie bei ihr ein.

Internetkriminalität hat zugenommen

Laut dem Opfer sind neben ihr selbst und der Familie aus Zürich noch weitere Personen in der Schweiz auf die Betrügermasche hereingefallen. «Ich habe eine Beschwerde bei der Kantonspolizei eingereicht. Sie haben mir dann erklärt, dass diese Geschichte kein Einzelfall ist.»

Die Kantonspolizei Wallis weist darauf hin, dass die Internetkriminalität in allen Kantonen zugenommen hat. Wer Opfer eines Betrugs wurde, sollte eine Anzeige einreichen. Denn selbst das kleinste Detail könnte von entscheidender Bedeutung sein, um die Betrüger zu schnappen.

*Name geändert

RECHTSEXPERTE

«Kriminelle lassen sich auch unter Druck setzen»

Angebote im Internet, häufig aus dem Ausland, deren Inhalte bezahlt, aber nicht geliefert werden, sind eine gängige Betrugsmasche, wie Rechtsanwalt Martin Steiger erklärt. Darum sollten Betroffene Strafanzeige erstatten. «So können die Behörden allenfalls weitere Fälle verhindern», sagt Steiger.

Betroffene könnten das Geld vom Verkäufer zurückfordern. «Wie gross die Erfolgsaussichten sind, muss im Einzelfall beurteilt werden. Die Erfahrung zeigt, dass sich auch mutmassliche Kriminelle unter Druck setzen lassen.»

Vorauszahlungen setzten laut Steiger Vertrauen voraus, das in solchen Fällen aber fehlt. «Hat man erst einmal bezahlt, sitzt man am kürzeren Hebel.» Eine Alternative seien Onlineplattformen, die sicherstellen, dass Käufer das Gekaufte erhalten und der Verkäufer bezahlt wird. «Das Geld wird von solchen Plattformen erst ausbezahlt, wenn die Lieferung erfolgt ist. Ausserdem können solche Plattformen im Streitfall vermitteln.»

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178 Kommentare
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Ris

18.08.2020, 19:18

Vielleicht merken die Leute endlich dass via Internet solche Käufe nicht sicher sind. Ein Wohnmobil das man nie gesehen und getestet hat kauft man niemals. Auch in diesem Fall kein Mitleid, selber schuld.

Swissly

18.08.2020, 15:32

Aus Fehlern lernt man, das ist das Positive daran, drum bleibe im Lande und ernähre dich redlich

Sommi

18.08.2020, 15:03

Bleiben Sie zuhause in Zeiten von Corona.