Antrag auf U-Haft abgelehnt – Walliserkanne-Betreiber kommen frei
Aktualisiert

Antrag auf U-Haft abgelehntWalliserkanne-Betreiber kommen frei

Wie das Zwangsmassnamengericht in Sitten mitteilt, werden die Wirte der Walliserkanne in Zermatt freigelassen. Die Staatsanwaltschaft hatte U-Haft für die Beschuldigten beantragt.

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Die Walliserkanne-Betreiber kommen auf freien Fuss, nachdem sie am Sonntag verhaftet worden waren.

Die Walliserkanne-Betreiber kommen auf freien Fuss, nachdem sie am Sonntag verhaftet worden waren.

20min/News-Scout
Ein Fahrzeug der Behörden transportiert am Mittwochmorgen die Blöcke vor der Walliserkanne ab.

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Die Walliser Kantonspolizei bestätigt auf Anfrage, dass die Betonblöcke am frühen Mittwochmorgen weggeräumt wurden.

Die Walliser Kantonspolizei bestätigt auf Anfrage, dass die Betonblöcke am frühen Mittwochmorgen weggeräumt wurden.

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Darum gehts

  • Die Betreiber der Walliserkanne sitzen seit Sonntag in Polizeigewahrsam.

  • Gegen sie wurde U-Haft beantragt.

  • Diese bleibt ihnen nun erspart. Die Beschuldigten kommen auf freien Fuss.

Am Sonntag wurden der Wirt der Walliserkanne in Zermatt, Ivan Aufdenblatten, und seine Eltern verhaftet. Sie hatten sich der Zertifikatspflicht in ihrem Restaurant widersetzt. Die Betreiber der Walliserkanne haben sich geweigert, einer behördlichen Schliessung des Restaurants Folge zu leisten. Es wurde auch mehrmals ein amtliches Siegel gebrochen.

Die Walliser Staatsanwaltschaft hat gegen die Beschuldigten Untersuchungshaft beantragt. Diese wurde nun abgelehnt, wie das Walliser Zwangsmassnahmengericht (ZMG) am Donnerstag mitteilte. Den dringenden Tatverdacht, dass sich die Beschuldigten der Hinderung einer Amtshandlung, des Siegelbruchs, des Ungehorsams gegen amtliche Verfügungen sowie allenfalls der Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte schuldig gemacht haben, sieht das ZMG zwar als klar gegeben, das Vorliegen eines besonderen Haftgrunds, der für die Anordnung einer U-Haft nebst dem dringenden Tatverdacht zusätzlich erfüllt sein müsste, sieht das ZMG nicht.

U-Haft sei nicht zu rechtfertigen

Die Staatsanwaltschaft machte Ausführungsgefahr geltend. Von Ausführungsgefahr spricht man, wenn ernsthaft zu befürchten ist, eine Person werde ihre Drohung, ein schweres Verbrechen auszuführen, wahr machen. Das Zwangsmassnahmengericht schliesse zwar nicht aus, dass die Beschuldigten auch künftig nicht gewillt sein könnten, die entsprechenden behördlichen Massnahmen zu akzeptieren, heisst es in der Mittelung weiter.

Eine drohende Schwere sieht das ZMG jedoch als nicht gegeben. Ebenso sieht das ZMG die von der Staatsanwaltschaft geltend gemachte Kollusions- oder Verdunkelungsgefahr nicht als gegeben. Es sei noch nicht abschliessend untersucht worden, wer für welche Straftaten, insbesondere die Siegelbrüche, verantwortlich gemacht werden könne. Dass sich die Beschuldigten mit anderen Personen absprechen könnten, bezeichnet das ZMG als «rein theoretische Annahme». Eine Untersuchungshaft sei somit nicht zu rechtfertigen.

Das Zwangsmassnahmengericht ordnet somit die sofortige Haftentlassung der drei Beschuldigten an. Die Verfügung ist noch nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft verzichtet jedoch auf eine Beschwerde.

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