Walter Veltroni - Hoffnungsträger und Schöngeist
Aktualisiert

Walter Veltroni - Hoffnungsträger und Schöngeist

Für viele ist Walter Veltroni so etwas wie ein europäischer Barack Obama.

Der Spitzenkandidat der Linken hat den Slogan «Yes, we can!» übernommen und auch das Vorwort zur italienischen Ausgabe von Obamas Buch «Hoffnung wagen» verfasst.

Auch sonst gibt es viele Parallelen: Mit 52 Jahren ist Veltroni rund 20 Jahre jünger als die meisten seiner politischen Freunde und Gegner. Er gilt mit seiner im Oktober 2007 gegründeten «Partito Democratico» (PD) als Hoffnungsträger für all diejenigen Italiener, die auf einen politischen Generationenwechsel warten.

Veltroni strebt ein «neues Italien» an - und tourt seit Mitte Februar mit einem umweltfreundlichen Wahlkampfbus durchs Land. Denn Umfragen zufolge hat der 71-jährige Medien-Milliardär Silvio Berlusconi mit seinem Mitte-Rechts-Bündnis immer noch die besseren Chancen, zum mittlerweile dritten Mal an die Regierung zu kommen.

Doch mittlerweile hat Veltroni, der unter anderem eine baldige Rentenerhöhung angekündigt hat, den Abstand zu seinem politischen Widersacher verringern können.

Der langjährige römische Bürgermeister (Mai 2001 - Februar 2008) ist in der Politik ein alter Hase. Bereits 1976 war er als Mitglied der kommunistischen Partei Italiens (PCI) der jüngste Stadtrat Roms.

1987 wurde er ins Parlament gewählt, seit 1996 war er unter der ersten Regierung von Romano Prodi Kulturminister und stellvertretender Ministerpräsident. Zwei Jahre später wurde der Mann mit der dezenten runden Brille Parteichef der Linksdemokraten.

Mit seiner Frau Flavia hat Veltroni zwei Töchter. Bekannt ist sein Engagement für Afrika und die Bekämpfung des Hungers auf dem Schwarzen Kontinent. Seine Erfahrungen beschrieb er in dem Buch «Vielleicht ist Gott krank - Tagebuch einer afrikanischen Reise». Insgesamt hat der Schöngeist Veltroni über 20 Bücher geschrieben.

(sda)

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