Winter 2015/16: Wandern statt Skifahren im Berner Oberland
Aktualisiert

Winter 2015/16Wandern statt Skifahren im Berner Oberland

Den Berner Skigebieten fehlten wegen dem milden Winter die Skigäste. Doch Ausflügler machten den Verlust zumindest teilweise wett.

von
Katrin Freiburghaus

Grüne Pisten, milde Temperaturen und wenig Schnee: Das Berner Oberland war heuer alles andere als ein Winterwonderland. «Es war nie länger als zwei Tage richtig Winter, deshalb kam nur mässig Winterstimmung auf», sagt Urs Pfenninger, Direktor von Adelboden-Frutigen Tourismus. Dies schlägt sich auch auf die Zahl der Skifahrer und Snowboarder auf den Pisten nieder.

Die Anlagen im Bernern Oberland wiesen laut Seilbahnen Schweiz per Ende Februar 5,9 Prozent weniger Besucher und 7,4 Prozent weniger Umsatz als im Vorjahr aus. Im nationalen Vergleich stehen sie laut Seilbahnen Schweiz dennoch am besten da: Gesamtschweizerisch verzeichneten die Anlagen 9,5 Prozent weniger Gäste und 11,2 Prozent weniger Umsatz.

«Nur 16 Prozent der Pisten befahrbar»

Die Skiregionen in den höhere Lagen haben nur wenig zu jammern. «Der letzte Dezember war unser bester Dezember bisher», sagt etwa der Direktor der Schilthornbahn, Christoph Egger. Grund: «Über den ganzen Winter gesehen hatten wir fünf Prozent weniger Skifahrer, aber die Ausflugsgäste haben diesen Ausfall fast kompensiert.» Das gilt etwa auch für die Niederhornbahn oder Meiringen-Hasliberg: Dank Schlittlern, Winterwanderern, Spaziergängern oder Trotti-Bikern hielt sich der Umsatzausfall in Grenzen.

Dennoch hatten viele Berner Bergbahnen mit der Saison 2015/16 zu kämpfen. Ein Grund dafür sind unter anderem die schlechten Schneeverhältnisse in tieferen Lagen zu Saisonbeginn. «Über Weihnachten und Neujahr waren nur 16 Prozent der Pisten befahrbar», sagt etwa Hanspeter Wenger, Geschäftsführer der Bergbahnen Meiringen-Hasliberg. Aber auch andere Faktoren spielten eine Rolle, wie Patrizia Bickel, Sprecherin der Jungfrau Ski Region, erklärt: «Wegen stürmischem Föhnwind mussten wir die Anlagen mehrmals schliessen.» Auch der starke Frankenkurs habe der Region insbesondere in Bezug auf die europäischen Gäste zu schaffen gemacht.

Später Saisonstart wegen Schneemangel

Besonders hart trifft der milde Winter aber die kleineren Skigebiete. «Uns fehlen ungefähr die Hälfte der normalen Einnahmen», sagt Fritz Mürner, Betriebsleiter der Grimmialpbergbahnen Diemtigtal. Wegen des Schneemangels konnten sie den Betrieb erst Mitte Januar aufnehmen, und wegen der verregneten Wochenenden kamen nur wenige Leute.

Auch die Niederhornbahn konnte laut Betriebsleiter Bernhard Tschopp den Winterbetrieb erst im Januar aufnehmen: «Bis Ende Jahr boten wir noch Sommertätgkeiten wie Trotti-Biken an.» Auch sonst sei es eine schlechte Skisaison gewesen.

Hoffen auf Ostern

Auch die lang ersehnten Schneefälle von Anfang März und die damit steigenden Besucherzahlen werden die verlorenen Umsätze nicht mehr wettmachen. «Die Ferien sind vorbei, der Schnee kommt zu spät», begründet Mürner. Das bestätigt auch Hanspeter Wenger von Meiringen-Hasliberg, fügt aber an: «Für die Gäste ist es aber gut, so sind sie motiviert für den nächsten Winter.» Ausserdem rechne er noch mit sehr guten Ostern.

Auch in den meisten anderen Skigebieten hat man die Hoffnung auf einen versöhnlichen Abschluss mit dem Winter 2015/2016 noch nicht aufgegeben: «Ostern ist dieses Jahr so früh, dass es durchaus noch als Skiwochenende genutzt wird», sagt etwa Christoph Egger von den Schilthornbahnen.

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