Saferparty.ch Zürich: «Wanderschuhe statt Flip-Flops an der Parade»
Aktualisiert

Saferparty.ch Zürich«Wanderschuhe statt Flip-Flops an der Parade»

Nicht Drogen oder Alkohol bescheren den Sanitätern an der Street Parade am meisten Einsätze - sondern Schnittverletzungen. Saferparty.ch sagt, worauf man am Samstag achten sollte.

von
rom

Glasscherben so weit das Auge reicht - so wird sich die Route der Street Parade wohl auch bei der diesjährigen Ausgabe vom kommenden Samstag wieder präsentieren. Zwar gelangen an den offiziellen Ständen nur Petflaschen und Aludosen in den Verkauf, doch die Besucher dürften wieder jede Menge Bier, Prosecco und andere Alkoholika in Glasflaschen dabeihaben.

Mit entsprechenden Folgen: Letztes Jahr musste Schutz & Rettung Zürich 323 Personen wegen Schnittverletzungen behandeln. 2012 waren es mit 404 Behandlungen gar so viele wie noch nie. 2011 zählte man 215 und ein Jahr zuvor 200 Behandlungen. «Wir raten dringend davon ab, mit Flip-Flops oder Sandalen an die Parade zu gehen - lieber gute Schuhe tragen», sagt Alexander Bücheli, stell­vertretender Betriebsleiter der Zürcher Jugendberatung Streetwork, und fügt mit einem Schmunzeln an: «am besten Wanderschuhe.»

Einen halben Liter Wasser pro Stunde

Doch das ist nicht der einzige Tipp, den er zusammen mit Saferparty.ch in Erinnerung ruft: «Mit Blick auf die momentan sommerlichen Wetteraussichten wird es wichtig sein, genügend Wasser zu trinken.» Die Empfehlung lautet mindestens einen halben Liter pro Stunde - statt den Durst mit alkoholischen Getränken zu löschen. Zudem eigne sich ein Grossevent nicht für Drogenexperimente. Bücheli: «Wer trotz Risiken beabsichtigt zu konsumieren, soll sich vorher auf Saferparty.ch oder an unserem Stand informieren.»

Dieser befindet sich von 13 bis 19 Uhr auf dem Bürkliplatz bei der Nationalbank und ab 22 Uhr an der Lethargy-Party in der Roten Fabrik. Dort kann man sich wie gewohnt informieren, beraten und Drogen analysieren lassen. Saferparty.ch hat gemäss Bücheli im ersten Halbjahr 2014 insgesamt 254 Kokain-, 144 Amphetamin- und 74 XTC-Proben untersucht. Sein Fazit: «Bei Kokain und Amphetamin ist der Reinheitsgehalt höchst unterschiedlich, was zu ungewollten Überdosierungen führen kann - zudem stellen wir als Kokain-Streckmittel nach wie vor oft das Entwurmungsmittel Levamisol fest.»

Hochdosierte Pille namens Facebook

Bei XTC seien derweil immer wieder hochdosierte Pillen und solche mit unerwarteten Wirkstoffen im Umlauf - so wie aktuell eine namens Facebook. Diese enthält neben MDMA auch Amphetamin und eine hohe Dosis Koffein. «Ein Mix, der das Risiko für ein Austrocknen des Körpers enorm erhöht», so Bücheli. Ein Problem seien zudem NBOMe-Verbindungen, die als LSD verkauft werden. Dies kann für Konsumenten fatale Folgen haben. «Insgesamt ist der Markt für Partydrogen in Zürich stabil», sagt Bücheli. «Die Erfahrung zeigt aber, dass am Street-Parade-Weekend vermehrt Fälschungen verkauft werden - etwa als XTC deklarierte Medikamente.»

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