Wangener Minarett: Türken wollen sich in Geduld üben
Aktualisiert

Wangener Minarett: Türken wollen sich in Geduld üben

Im Streit um das Baubewilligungsgesuch für ein Minarett in Wangen bei Olten scheinen sich die Fronten aufzuweichen. Der Türkisch- kulturelle Verein Olten ist bereit, «mit dem Minarett zuzuwarten und Aufklärungsarbeit zu leisten».

«Wir leben seit mehreren Generationen hier und sind bereit zu einer einvernehmlichen Migration», sagte Güldane Cay, Vorstandsmitglied des Türkisch-kulturellen Vereins, in einem Interview im «Oltener Tagblatt» vom Samstag.

Ob es zu einem Rückzug des Baugesuchs kommen könnte, liess Cay offen: «Das muss der Vorstand entscheiden. Wir sind aber gerne für weitere Gespräche bereit.»

Cay sagte auch, dass sich der Verein mit der «Föderation der Türkisch-Idealistischen Islamvereine der Schweiz» und damit mit der rechtsextremen Organisation der «Grauen Wölfe» auseinandergelebt habe.

Der Wangener Gemeindepräsident Beat Frey bezeichnet es im Interview allerdings als «höchst beunruhigend», dass das Bundesamt für Polizei (fedpol) in einem Brief bestätigt habe, dass der Türkisch-kulturelle Verein Olten den «Grauen Wölfen» angehöre.

Gleichzeitig könne er bestätigen, dass er in Wangen diesbezüglich nie etwas Negatives gehört habe. Frey sagte, dass er gegen jede Art von Rechtsextremismus sei - egal, ob sie von einer schweizerischen oder einer anderen Gruppierung komme.

Die Grenchner Islamwissenschafterin Amira Hafner-Al Jabaji bezeichnete es in diesem Zusammenhang als «sträflich naiv», dass der Verein in Wangen eine Fahne mit einem Wolfssymbol gehisst habe.

Roland Kissling, Initiant der von 380 Personen unterschriebenen Einsprache gegen den Minarett-Bau, wünscht sich ein Moratorium von fünf Jahren für den Minarett-Bau: «Das wäre ein gutes Signal für die Sache.» Das gäbe Zeit zu einem Konsens zu kommen.

Verwaltungsgericht: Augenschein am Montag

Nachdem das Solothurner Bau- und Justizdepartements zu Gunsten des Minarett-Baus entschieden hatte, zog der Gemeinderat von Wangen den Entscheid im August ans kantonale Verwaltungsgericht weiter. Am Montag findet ein Augenschein des Gerichts und der Parteien in Wangen statt.

Das Verwaltungsgericht wird das Urteil seiner geheimen Beratungen rund eine Woche später bekanntgeben. (sda)

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