Autonomes Fahren: Wann fährt uns das Auto eigenständig zur Arbeit?
Autonomes Fahren ist eines der grossen Themen der Automobilindustrie.

Autonomes Fahren ist eines der grossen Themen der Automobilindustrie.

Denso
Publiziert

Autonomes FahrenWann fährt uns das Auto eigenständig zur Arbeit?

Autonome Autos hören sich immer noch wie Zukunftsmusik an. Oder sind sie doch bald auf unseren Strassen anzutreffen? Wir klären auf.

von
Isabelle Riederer / A&W Verlag

Morgens gemütlich seinen Kaffee trinken und Zeitung lesen, während das Auto einen völlig autonom zur Arbeit fährt. Abends dann schnell ein geräumiges Roboter-Taxi bestellen, das dich und deine Freunde und Freundinnen zum Konzert eurer Lieblingsband fährt. Klingt nach Science-Fiction, ist aber bald Realität. Autonome Autos sind für viele die Zukunft. Doch was heisst «autonom» genau?

Autonomes Fahren bedeutet nichts Anderes, als das vollständig automatisierte Fahren eines Fahrzeugs ohne Fahrer. Der Weg dorthin wird als automatisiertes Fahren beschrieben, bei dem verschiedene Assistenzfunktionen schrittweise Motor, Bremse und Lenkung steuern bzw. in diese Systeme eingreifen.

Der Concept-Car Mercedes-Benz F 015 Luxury kann bereits autonom Passagiere befördern. Das futuristische Auto sorgte 2020 in Las Vegas für Aufsehen.

Der Concept-Car Mercedes-Benz F 015 Luxury kann bereits autonom Passagiere befördern. Das futuristische Auto sorgte 2020 in Las Vegas für Aufsehen.

Daimler

Die Entwicklung zum autonomen Fahren wird in fünf Level eingeteilt, die von der Society of Automotive Engineers festgelegt wurde. Jedes Level beschreibt, in welchem Umfang das Fahrzeug die Aufgaben des Fahrers übernehmen kann und darf. Aktuell befinden wir uns zwischen Level 2 und 3. Wobei technisch viele Fahrzeuge bereits weiter sind. Doch zahlreiche ethische und rechtliche Fragen sind noch ungeklärt, weshalb es noch einige Jahre dauern wird, bis Roboter-Autos durch die Stadt fahren.

Level 1: Das assistierte Fahren

Beim assistierten Fahren sind die Hände stets am Lenkrad.

Beim assistierten Fahren sind die Hände stets am Lenkrad.

Peugeot

Heutzutage gibt es kaum noch Autos, die nicht irgendein Assistenzsystem an Bord haben. Beispiele dafür sind etwa der Tempomat, der Spurhalte- oder der Notbremsassistent. Sie unterstützen den Fahrer und die Fahrerin, erhöhen Sicherheit und Fahrkomfort, ersetzen aber in keinem Fall seine oder ihre Kompetenz. Der Fahrer oder die Fahrerin steuert das Fahrzeug nach wie vor komplett selbständig, ist ununterbrochen aufmerksam und hat den Strassenverkehr permanent im Blick.

Level 2: Das teilautomatisierte Fahren

Das Auto kann eigenständig parkieren.

Das Auto kann eigenständig parkieren.

Daimler

Das zweite Level geht schon einen Schritt weiter. Hier werden oft zwei Assistenzsysteme miteinander kombiniert, so dass das Auto bestimmte Manöver komplett selbständig durchführen kann. Ein gutes Beispiel dafür sind die sogenannten Einparkhilfen. Dabei kann man während des Einparkens die Kontrolle an das Auto abgeben, muss aber weiterhin aufmerksam bleiben und jederzeit eingreifen können. Das gilt im Übrigen auch für den Spurhalteassistenten und den Abstandshalter. Ein Grossteil der aktuellen Fahrzeugmodelle befindet sich auf Level 2.

Parkassistenten, die ein Auto vollständig automatisiert ein- und ausparken können, gehören zum Level 2 des autonomen Fahrens.

Parkassistenten, die ein Auto vollständig automatisiert ein- und ausparken können, gehören zum Level 2 des autonomen Fahrens.

Volkswagen

Level 3: Das hochautomatisierte Fahren

Ab Level 3 kann ein Auto schon selbstständig lenken, überholen, bremsen und beschleunigen

Ab Level 3 kann ein Auto schon selbstständig lenken, überholen, bremsen und beschleunigen

Hyundai

Jetzt wird es spannend. Ab Level 3 wäre ein Auto technisch in der Lage, unter bestimmten Umständen selbständig zu fahren und der Fahrer oder die Fahrerin könnte sich kurzzeitig anderen Dingen widmen sowie die Hände vom Lenkrad nehmen. Rechtlich gesehen ist das aber nicht erlaubt. Laut dem Strassenverkehrsgesetz muss der Lenker oder die Lenkerin nämlich jederzeit die Hände am Lenkrad lassen. Ein gutes Beispiel ist der sogenannte Stauassistent. Er ist in der Lage – gerade auf der Autobahn – das Fahrzeug komplett selbständig zu lenken, zu überholen, zu bremsen und zu beschleunigen. Und das tut er auch, doch die Hände müssen am Lenkrad bleiben. Nimmt man die Hände vom Lenker, fordert das System bereits wenige Sekunden später dazu auf, wieder die Kontrolle über das Fahrzeug zu übernehmen. Zahlreiche neue Modelle verfügen bereits über solche Stauassistenten oder Autopiloten, die teilweise bis zu einer Geschwindigkeit von 130 km/h funktionieren.

Level 4: Das vollautomatisierte Fahren

Längere Strecken ohne Eingriff sind bei Level 4 möglich.

Längere Strecken ohne Eingriff sind bei Level 4 möglich.

Porsche

In den Entwicklungsabteilungen der grossen Autokonzerne, aber auch bei Apple, Google oder Uber, arbeiten Ingenieure und Ingenieurinnen und Informatikfachkräfte mit Hochdruck an der Vollautomatisierung des Autos, also an Level 4 auf dem Weg zum autonomen Fahren. In diesem Level führen die technischen Systeme alle Fahraufgaben selbsttätig durch, das Auto kann also auch längere Strecken ohne Eingriff zurücklegen. So könnte ein Auto selbständig auf die Autobahn auffahren, sich in den Verkehr einordnen, der Spur folgen, blinken, überholen, bremsen, beschleunigen und schliesslich die Ausfahrt nehmen. Anschliessend kann der Fahrer oder die Fahrerin die Kontrolle wieder übernehmen. Das Problem: Bislang gibt es keinen rechtlichen Rahmen für vollautomatisierte Fahrzeuge – Rechte und Pflichten der lenkenden Person in diesem Betriebsmodus sind deshalb noch nicht verbindlich

Level 5: Das autonome Fahren

Meetings bequem während der Fahrt abhalten: So sieht Volvo die Zukunft des autonomen Reisens.

Meetings bequem während der Fahrt abhalten: So sieht Volvo die Zukunft des autonomen Reisens.

Volvo

Auf Level 5 ist das autonome Fahren vollendet. Jetzt braucht es niemanden mehr, der oder die die Kontrolle über das Auto übernimmt. Der Fahrer ist jetzt Passagier. Das Fahrzeug führt alle Manöver komplett selbständig aus. Selbst komplexe Situationen, etwa das Überqueren einer Kreuzung, das Durchfahren eines Kreisverkehrs oder das richtige Verhalten an einem Zebrastreifen kann das autonome Auto bewältigen. Das Problem: Was passiert bei einem Unfall? Die Passagiere sind nicht haftbar, entweder müsste der Hersteller oder eine Versicherung bezahlen. Jedoch fehlt für diese Frage aktuell noch der rechtliche Rahmen. Der Autohersteller Volvo hat hier bereits vor einigen Jahren verkündet, dass sie die volle Haftung bei Unfällen übernehmen, wenn sich ein Volvo im autonomen Modus befindet.

Die fünf Level des autonomen Fahrens in der Übersicht. Aktuell befinden wir uns technisch zwischen den Level 2 und 3. 

Die fünf Level des autonomen Fahrens in der Übersicht. Aktuell befinden wir uns technisch zwischen den Level 2 und 3.

Volkswagen

Deine Meinung

85 Kommentare
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Illuminator

24.03.2021, 00:22

Nie mehr einen Verbrenner! Zum Glück sehen das Immer mehr Hersteller auch so!👍😊

Kpl Maroni

24.03.2021, 00:21

Verbrenner haben ausgedient. Ab damit ins Museum!

H H

23.03.2021, 23:54

Ich fahre das Auto eigenständig in die Garage um einen teuren Service ausführen zu lassen.