Rechtliche Konsequenzen - Wann mache ich mich beim Versenden von Dateien über Whatsapp strafbar?
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Rechtliche KonsequenzenWann mache ich mich beim Versenden von Dateien über Whatsapp strafbar?

Ein illegales Video, das über Whatsapp verschickt wurde, kostete einem 21-Jährigen 12’000 Franken Busse. Ab wann man sich strafbar macht, erklärt ein Anwalt.

von
Dominique Zeier
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Vorsicht dabei, was über Whatsapp und Co. verschickt wird. 

Vorsicht dabei, was über Whatsapp und Co. verschickt wird.

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Denn vielen ist nicht bewusst, dass man sich durch das Empfangen oder Weiterleiten von illegalem Material strafbar machen kann. 

Denn vielen ist nicht bewusst, dass man sich durch das Empfangen oder Weiterleiten von illegalem Material strafbar machen kann.

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Das bestätigt Anwalt für Recht im Internet Martin Steiger. 

Das bestätigt Anwalt für Recht im Internet Martin Steiger.

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Darum gehts

  • Ein Foto oder Video ist über Chat-Dienste wie Whatsapp oder Telegram schnell verschickt.

  • Worüber sich viele nicht bewusst sind: Je nach Inhalt kann man sich auch durch einfaches Weiterleiten oder Empfangen von illegalem Material strafbar machen.

  • Wo die Grenzen liegen, erklärt Rechtsanwalt Martin Steiger.

Am Donnerstag berichtete 20 Minuten über einen Fall, bei welchem ein 21-Jähriger ein illegales Video in einer Whatsapp-Gruppe teilte und dafür eine Busse von 12’000 Franken bezahlen musste. Dies geschah unter anderem, weil sich der Mann nicht bewusst gewesen war, dass das Verschicken eines solchen Videos solch drastische Konsequenzen haben kann. «Es hätte ein doofer Spass unter Kollegen sein sollen», sagte er zu 20 Minuten.

So wie dem 21-Jährigen geht es auch vielen anderen Nutzerinnen und Nutzern von Chat-Diensten wie Whatsapp, Telegram oder iMessage. Bei einer nicht repräsentativen Umfrage von 20 Minuten geben immerhin 20 Prozent aller 200’000 Befragten an, bereits mehrmals illegale Pornos oder Gewaltvideos zugeschickt bekommen zu haben.

Rechtsanwalt und Experte für Recht im digitalen Raum Martin Steiger erklärt, wo die Gefahren lauern: «Bei verbotenem Material handelt es sich häufig um verbotene Pornografie, also Kinderpornografie. Es können aber auch andere Inhalte illegal sein, beispielsweise Tierpornografie oder Gewaltdarstellungen.» Häufig käme es zu einem Mix aus verschiedensten Kategorien.

«Deutlich protestieren»

Dabei sei es irrelevant, über welche Plattform – als ob über Whatsapp, den Facebook Messenger oder einen ähnlichen Dienst – das illegale Material verschickt worden sei. «Alle gängigen Plattformen verbieten verbotene Inhalte und das Strafrecht unterscheidet nicht zwischen den einzelnen Plattformen», erklärt Steiger.

Spezialfall Minderjährige

Nacktbilder von sich selbst zu verschicken, ist grundsätzlich nicht strafbar. Anders liegt der Fall, wenn Minderjährige involviert sind. Laut Pro Juventute können sich Personen unter 18 Jahren der Kinderpornografie strafbar machen, wenn sie solche Bilder von sich selbst anfertigen. Eine Spezialregelung gelte für Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren. Wer älter als 16, aber jünger als 18 Jahre alt ist, darf Bilder mit sexuellem Inhalt von sich selbst produzieren, diese aber nur an eine Person in der gleichen Altersspanne schicken. Auf keinen Fall dürfen diese Bilder oder Videos jedoch an Drittpersonen gelangen.

Tatsächlich könne man sich bereits beim Empfang und Konsum von illegalem Bildmaterial strafbar machen. «Wer mutmasslich strafbare Inhalte erhält, sollte beim Absender deutlich protestieren und das Bild oder Video danach löschen», rät der Rechtsanwalt. Vom Protest könne man ausserdem einen Screenshot erstellen. Denn nur so könne man bei einem Strafverfahren zeigen, dass es am Vorsatz fehlte. Ausserdem ist es ratsam, sich nicht in Gruppen-Chats aufzuhalten, in welchen immer wieder grenzwertiges oder einschlägiges Material geteilt wird.

Jederzeit mit einem Strafverfahren rechnen

Doch welche Strafen drohen beim Erhalt, Abspeichern oder gar beim Weitersenden von solch illegalem Material? «Bei Ersttäterinnen oder -tätern drohen bedingte Geld- oder Freiheitsstrafen, bei grossen Mengen auch unbedingte Strafen», so Steiger. «Dazu kommt in vielen Fällen ein lebenslängliches Tätigkeitsverbot im Zusammenhang mit Minderjährigen sowie eine Busse, die man bezahlen muss. Ausserdem muss man die Verfahrenskosten und die Kosten für die Strafverteidigung zahlen.» Dazu komme ein Strafregistereintrag. «Ein solches Verfahren hat also erhebliche finanzielle und persönliche Folgen.»

Wenn man bereits ein Bild oder ein Video weitergeleitet hat, von welchem man sich plötzlich nicht mehr sicher ist, ob es nicht doch vielleicht illegal war, sollte man jederzeit mit einem Strafverfahren rechnen, erklärt der Anwalt. «Man sollte sich zum Beispiel überlegen, wie man sich verhält, wenn am Morgen um sechs Uhr eine Hausdurchsuchung stattfindet und das Smartphone sowie alle Computer sichergestellt werden.» Wer Sorgen habe, solle sich am besten präventiv von einem Anwalt oder einer Anwältin beraten lassen.

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