Fragwürdige Entscheide: Wann muss der Schiri Abseits pfeifen?
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Fragwürdige EntscheideWann muss der Schiri Abseits pfeifen?

PSG-Superstar Zlatan Ibrahimovic stand vor dem 1:1-Ausgleich gegen Barcelona klar im Abseits. Doch wie war das vor Bayerns 2:0 gegen Juve? Hätte auch dieses Tor nicht zählen dürfen?

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pre

Die Schiedsrichter der Champions-League-Viertelfinal-Hinspiele Paris St-Germain gegen Barcelona und Bayern München gegen Juventus stehen nach fragwürdigen Entscheiden massiv unter Druck. Der deutsche Ref Wolfgang Stark hatte im Pariser Prinzenpark-Stadion in der 79. Minute übersehen, dass Zlatan Ibrahimovic bei seinem Treffer zum 1:1-Ausgleich klar im Abseits stand. Rund zwei Meter stand der schwedische Topstürmer vor seinem nächsten Gegenspieler.

Nach einem Freistoss von Maxwell stieg Thiago Silva am höchsten und köpfte den Ball an den Pfosten. Mit reichlich Vorsprung verwertete Ibrahimovic den Abpraller, Starks Pfeife blieb stumm. Wäre der Kopfball direkt ins Tor, hätte der Treffer gezählt, da Ibrahimovic im passiven Abseits gestanden hätte. So aber ärgerte man sich bei Barcelona zu Recht. «Der Unparteiische meinte es nicht gut mit uns, das war klar», betonte Barças Assistenztrainer Jordi Roura nach der Partie.

Mandzukic im Abseits?

Viel heikler war die Frage «Abseits oder nicht?» im anderen Viertelfinal vom Dienstagabend. Vor Bayerns 2:0-Führung in der 63. Minute durch Thomas Müller steht Passgeber Mario Mandzukic beim Schuss von Luiz Gustavo verdächtig weit vorne. Hätte der englische Unparteiische Mark Clattenburg pfeifen müssen?

Die Szene bleibt umstritten. Im offziellen Fifa-Reglement steht, dass ein Spieler im Abseits steht, wenn er der gegnerischen Torlinie näher ist als der Ball und der vorletzte Abwehrspieler. Nicht im Abseits ist er, wenn er sich auf gleicher Höhe mit dem vorletzten Abwehrspieler befindet. Doch was ist gleiche Höhe? Mandzukics Oberkörper ist bei Gustavos Schussabgabe zwar deutlich näher beim Tor als derjenige seines Gegenspieler, aber da sind ja noch die Füsse des Verteidigers

Meier: «Leider keine Linie»

Der ehemalige Fifa-Schiedsrichter Urs Meier erklärt das Regelwerk gegenüber 20 Minuten Online so: «Wenn Mandzukics vorderster Körperteil, mit dem er ein Tor erzielen kann, - in diesem Fall sein Kopf - näher beim Tor ist als die Füsse des Verteidigers, steht er im Abeits.» Die TV-Bilder gaben keinen eindeutigen Aufschluss. Meier bedauert, dass im Fernsehen keine Linie gezogen wurde. «Dann hätte man sicher sein können. Im Zweifelsfall pfeift der Schiedsrichter für den Stürmer. Deshalb hat er im Prinzip richtig entschieden.»

Was ist Ihre Meinung? Stand Mario Mandzukic beim Schuss von Luiz Gustavo im Abseits? Diskutieren Sie im Talkback mit!

Im Abseits oder nicht? Mandzukic legt für Müller auf. (Quelle: YouTube)

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