Aktualisiert 07.10.2014 10:24

Müllheim TGWanted - Gans per Vermisstmeldung gesucht

Kürzlich verschwand in Müllheim Gans Anna. Die Besitzer sind sich sicher, dass sie gestohlen wurde, und fürchten sich vor weiteren Tierdiebstählen.

von
taw
Diese weisse Gans wird vermisst. (Symbolbild: AP Photo/Kerstin Joensson)

Diese weisse Gans wird vermisst. (Symbolbild: AP Photo/Kerstin Joensson)

«Es ist einfach traurig, wer stiehlt denn eine Gans?», fragt sich Jeannette Krenmayr-Schaechtelin. Gans Anna war laut ihrer Besitzerin in einem stabilen Gehege untergebracht und es gab keinerlei Hinweise darauf, dass der Fuchs sie genommen hätte. Zudem könne ein Fuchs die mehrere Kilo schwere Riesengans gar nicht über den hohen Zaun schleppen.

Die etwa fünfjährige Gans Anna lebte auf einem Hof in Müllheim TG. Dieser wird von Krenmayr-Schaechtelin, ihrem Mann und ihrer Schwester Yvonne Schaechtelin bewohnt. Seit jeher haben sie Gänse. Anna verschwand um die Mittagszeit, während ihre Besitzer auf einem Hundespaziergang waren.

Wer hat die Gans gestohlen?

Wenn der Fuchs die Gans nicht gestohlen hat, stellt sich die Frage: Wer dann? «Weil keine Einbruchsspuren auf dem entsprechenden Gelände bestehen, musste die Person sich offenbar gut auskennen und wissen, wann ich mit den Hunden das Haus verlasse», so Yvonne Schaechtelin gegenüber der «Thurgauer Zeitung». Ihre Schwester vermutet, dass die Gans systematisch angefüttert wurde, um sie zutraulicher zu machen damit sie besser gestohlen werden konnte. «Es liegt ein Schuppen zwischen Haus und Hof, wir sehen also nicht direkt auf die Tiere», so die Müllheimerin.

Dass die Gans über den Zaun geflogen ist, ist laut Krenmayr-Schaechtelin unmöglich: «Zum Fliegen ist Anna viel zu schwer.» Man habe auch keine Feinde im Dorf.

Es ist allerdings nicht der erste merkwürdige Vorfall in Müllheim, in dem eine Gans die Hauptrolle spielt. «Einmal wurde einem Bauer eine Gans in den Garten geworfen», erzählt Krenmayr-Schaechtelin. «Weil der Bauer nicht wusste, wohin mit dem Tier, hat er sie uns gebracht und wir haben das Tier heute noch.»

Alle Hebel in Bewegung gesetzt

Bei ihrer Suche nach der vermissten Anna erhalten die Schwester zusätzliche Unterstützung vom Tierschutzverein Frauenfeld und Umgebung (TSVF). Anna ist dort die erste Gans, die als vermisst gemeldet wurde, sagt Yvonne Blümmel, Vorstandsmitglied beim Tierschutzverein gegenüber der «Thurgauer Zeitung». Jährlich werden bei der Meldestelle des TSVF rund 200 Tiere als vermisst gemeldet. In rund der Hälfte aller Fälle gibt es ein Happy End.

Blümmel rät, man solle sich, sobald ein Tier vermisst wird, an die Meldestelle des nächsten zuständigen Tierschutzvereins wenden. Weiter gebe es die Möglichkeit, eine Meldung an das Tierfundbüro Schweiz oder die Schweizerische Tiermeldezentrale zu machen. «Optimal ist es, wenn der Tierhalter auch ein Bild von seinem Liebling hat, das erleichtert die Suche», sagt Blümmel.

Beim Tierschutzverein wird die Vermisstmeldung auf der vereinseigenen Website und im «Tierli-Egge», einem Inserat in der Wochenzeitung «Frauenfelder Woche», publiziert. Anna ist derzeit in all diesen Suchinseraten als vermisst ausgeschrieben.

Als Vorsichtsmassnahme haben die Schwestern nun die Sicherheitsvorkehrungen für die anderen Tiere verstärkt. «Die ganze Nachbarschaft ist nach wie vor sehr betroffen vom Verlust. Wir hoffen, dass jene Person, die Anna mitnahm, wenigstens das nächste Mal nicht noch bei einem Bauern eine Kuh stiehlt», so Schaechtelin. Hinweise sind noch keine eingegangen und die Besitzer habe die Hoffnung schon fast aufgegeben. Immerhin habe der Vorfall die Leute sensibilisiert, wachsamer zu sein, so Krenmayr-Schaechtelin. «Allerdings macht das Ganze auch misstrauisch und paranoid. Ich schaue ständig nach, ob die restlichen Gänse noch da sind. Wenn die Hunde bellen, springe ich sofort auf, das war vorher nicht der Fall.»

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