War auch Kerstin Fritzls Sexsklavin?
Aktualisiert

War auch Kerstin Fritzls Sexsklavin?

Neue Enthüllung im Amstettner Inzest-Drama: Josef Fritzl könnte eine zweite Sexsklavin im Kellerverlies gehabt haben – seine Tochter und gleichzeitig Enkelin Kerstin.

Die Ermittler befürchten, dass Josef Fritzl neben seiner 42-jährigen Tochter Elisabeth auch die gemeinsame Tochter bzw. seine 19-jährige Enkelin Kerstin als Sexsklavin gehalten haben könnte. Fritzl habe das Interesse in der «fahlen und bleichen» Elisabeth verlieren können, schreibt die britische «Sun». Ihr Aussehen soll sich nach 24 Jahren in einem Keller stark verschlechtert haben.

Doch eine Befragung ist zurzeit nicht möglich – Kerstin liegt seit dem 19. April im Koma. Dafür will die Staatsanwaltschaft nun den 73-jährigen Fritzl zum Inzest-Fall am Mittwoch befragen. Das meldete die österreichische Nachrichtenagentur APA unter Berufung auf einen Sprecher der Staatsanwaltschaft St. Pölten. Eine Befragung der Opfer sei noch «in weiter Ferne», sagte Sprecher Gerhard Sedlacek.

Stammgast im Bordell

Inzwischen werden andere brisante Daten des Inzest-Monsters bekannt. Der österreichische Onlinedienst «oe24» berichtet, dass Fritzl über sechs Jahre lang Stammgast des Bordells «Villa Ostende» gewesen sei. Der Kellner beschreibt den Rentner als «geizig und pervers». So soll Fritzl nie Trinkgeld gegeben haben. «Auf den ersten Blick war auch nichts auszusetzen an dem Mann – korrekt gekleidet und höflich. Sobald sich aber ein Mädchen zu ihm setzte, mit dem er aufs Zimmer wollte, ist er ungut geworden», erinnert sich der Angestellte. Für ihn sei Fritzl ein «schwer Perverser» gewesen, der «sicher psychisch krank ist». «Kein Mädchen wollte gern mit ihm aufs Zimmer. Zwei haben sogar dezidiert abgelehnt und auf das Geschäft verzichtet», erzählt er weiter.

Familie reproduzieren

Pervers soll auch laut Chef-Ermittler Franz Polzer Fritzls Familienplanung gewesen sein: Nach seiner Einschätzung wollte Josef Fritzl mit seiner in einem Kellerverlies eingesperrten Tochter seine eigene Familie reproduzieren - nur diesmal mit seiner jungen Tochter Elisabeth. «Er wollte noch einmal die Situation mit seiner eigenen, legalen Familie nachstellen», sagte Polzer am Montag am Rande einer Pressekonferenz in Amstetten. Aus dem sexuellen Missbrauch mit Elisabeth seien sieben Kinder entstanden – genau die selbe Zahl, die Fritzl auch mit seiner Ehefrau Rosemarie hat.

In beiden Generationen habe es zudem Zwillinge gegeben, fügte Polzer hinzu. Die Fälle seien «erstaunlich parallel». Drei der sieben Inzest-Kinder lebten mit ihrer Mutter in dem Kellerverlies, drei weitere wurden von Fritzl auf legalem Weg als «Enkel» adoptiert und lebten gemeinsam mit ihm und seiner Frau Rosemarie in der Wohnung über dem Keller.

Deine Meinung