Aktualisiert 08.10.2018 11:41

Zerschnittenes Bild

War Banksy im Saal anwesend?

Kaum war Banksys Werk «Girl with Balloon» versteigert, zerstörte ein im Rahmen eingebauter Schredder das Bild. Drei Fragen zum Kunst-Streich des Jahres.

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Kaum war im Auktionshaus Sotheby's ein Bild von Banksy für 1,4 Millionen Franken versteigert worden, schnitt sich das Kunstwerk selbst in Streifen. (Video: Tamedia/Instagram)

Mit einer atemberaubenden Aktion hat der bekannte Streetart-Künstler Banksy die Kunstwelt zum Narren gehalten. Bei einer Auktion in London zerstörte sich eines seiner Werke selber: Kaum war das Bild «Girl with Balloon» bei Sotheby's für umgerechnet 1,4 Millionen Franken versteigert worden, schaltete sich ein im Rahmen versteckter Schredder ein und zerschnitt das Werk.

Drei brennende Fragen zu einer Kunst-Aktion, die in den sozialen Netzwerken und den Medien für Furore sorgt:

• War Bansky im Saal anwesend?

Britische Medien spekulieren, ob der Künstler, der seine Identität bis heute geheim hält, an der Auktion teilnahm. Klar ist allerdings, dass sich mindestens zwei Menschen aus seinem Umfeld im Publikum befanden. Laut «The Sun» ist in einer Videoaufnahme ein Mann mit Brille zu sehen, der lächelnd den Augenblick filmt, in dem das Bild plötzlich nach unten aus dem Rahmen rutscht und zur Hälfte in dünne Streifen zerschnitten wird.

Dem Portal «Bristol Live» wurde ausserdem ein Foto zugespielt, auf dem ein Mann mit Sonnenbrille, weissem Schal und Hut ein elektrisches Gerät in einer Tasche zwischen seinen Knien hält. Das gesendete Dokument trägt den Namen «Banksys kleiner Helfer».

• Wie aktivierte Banksy den Schredder?

Am Samstag bekannte sich der mysteriöse britische Künstler zum Zerstörungsakt: In einem Video, das er auf Instagram postete, zeigt Banksy, wie er bereits vor Jahren einen Schredder in den Rahmen einbaute – für den Fall, dass das Werk jemals versteigert würde. Auf den Aufnahmen ist eine kleine weisse Box im Rahmen zu erkennen, wahrscheinlich der Motor des Schredders.

Im Netz wird darüber debattiert, ob der selbstgebaute Schredder batteriebetrieben war oder ihn jemand kurz vor der Versteigerung manuell am Rahmen aktivierte. Wie das Portal «Hackaday» berichtet, bräuchte es «eine beträchtliche Menge an Energie, um den Schredder zum Laufen zu bringen» – vor allem, wenn man bedenkt, dass er im Jahr 2006 eingebaut wurde. Normale Verbraucherbatterien wären mittlerweile abgelaufen.

• Ist das Kunstwerk jetzt nichts mehr wert?

Doch! Durch die Schredder-Performance könnte es sogar noch an Wert gewonnen haben, so die Einschätzung eines Sotheby's-Experten gegenüber «Daily Mail». «Wir versuchen gerade herauszufinden, was dies im Zusammenhang mit Auktionen bedeutet», sagte er. Das Schreddern sei «nun Teil des Kunstwerks». Sotheby's hat nach eigenen Angaben bereits mit dem anonymen Käufer des Bildes Kontakt aufgenommen: «Wir sind im Gespräch über weitere Schritte.»

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