Aktualisiert 26.03.2017 17:31

HCD-Comeback

War das der berühmte Knackpunkt in der Serie?

Der HC Davos ist zurück in der Halbfinal-Serie gegen Zug. Dabei stand er unmittelbar vor einem Playoff-Totalschaden.

von
Marcel Allemann, Zug
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In der Serie angekommen: Der HC Davos feiert mit einem 5:3-Sieg in Zug den ersten Triumph in der Halbfinal-Serie.

In der Serie angekommen: Der HC Davos feiert mit einem 5:3-Sieg in Zug den ersten Triumph in der Halbfinal-Serie.

Keystone/Urs Flüeler
Kurz vor Ende des zweiten Drittels verkürzt Perttu Lindgren in Unterzahl auf 2:3 für die Bündner. Es ist der Anfang der Wende.

Kurz vor Ende des zweiten Drittels verkürzt Perttu Lindgren in Unterzahl auf 2:3 für die Bündner. Es ist der Anfang der Wende.

Keystone/Urs Flüeler
Bern kommt zuhause zu einem ungefährdeten 4:1-Erfolg über Lugano.

Bern kommt zuhause zu einem ungefährdeten 4:1-Erfolg über Lugano.

Keystone/Peter Schneider

Es herrschte nach dem Spiel vor der Kabine des HC Davos die kollektive Erleichterung. Das Funkeln in den Augen der Spieler war zurück. Die Zweifel sind der Entschlossenheit gewichen.

«Dieser Sieg tut uns so gut – dem Team, dem Selbstvertrauen und der Moral», erklärte Vorzeigekämpfer Dino Wieser, dem beim 5:3-Sieg das kapitale 4:3 gelang, und atmete tief durch.

EVZ verpasst es, Davos zu versenken und bezahlt teuer

Dabei stand der HCD Mitte des zweiten Drittels unmittelbar vor einem Playoff-Totalschaden. Mit 1:3 lagen die Bündner gegen das agilere Zug zurück, nahmen in der Folge eine Strafe nach der anderen, weil sie viel zu oft einen Schritt zu spät waren und es schlichen sich auch die ersten Frustfouls ein. Zug hatte die Chance, auf 4:1 oder 5:1 davonzuziehen und Davos in sämtliche Einzelteile zu zerlegen.

Ob sich der HCD davon nochmals erholt hätte? Sicherlich nicht in diesem Spiel und womöglich auch nicht in der Serie nach einem 0:3-Rückstand. Doch die Zentralschweizer liessen in diesem Moment die letzte Konsequenz vermissen, wurden zu verspielt und bezahlten dafür einen hohen Preis, denn Davos verkürzte nach Spielen auf 1:2. War das der berühmte Knackpunkt in dieser Halbfinal-Serie?

Dino Wieser: «Der HCD gibt niemals auf!»

«Ich lebe nicht im hätte, sonst hätte ich mein gesamtes Erspartes in ETF's (Investmentfonds; die Red.) investiert, aber das habe ich nicht gemacht», sagte Trainer Harold Kreis, darauf angesprochen, ob das 4:1 die Entscheidung bedeutet hätte. «Die Uhr können wir nicht zurückdrehen, es geht nun darum, was wir damit anfangen», erklärte Kreis. «Diese Niederlage ärgert uns, weil wir nicht unsere beste Leistung gebracht haben. Wir müssen besser sein und können auch besser sein», so der Deutsch-Kanadier weiter.

Rund 20 Meter Luftlinie von Kreis entfernt, hatte Dino Wieser wenige Minuten zuvor voller Überzeugung erklärt: «Ob 0:3 oder 0:4, der HC Davos gibt niemals auf und glaubt immer daran! Dass wir Rückstände aufholen können, haben wir in dieser Saison und auch in diesen Playoffs schon einige Male bewiesen.»

Ein Verletzter haucht dem HCD neues Leben ein

Es passte zur ganzen Dramatik, dass ausgerechnet einer, der nur mit halber Kraft spielen kann, den HCD in die Serie zurückbrachte. Perttu Lindgren war mit seinen Toren zum 2:3 und 3:3 der Mann der grossen Wende. Der Finne kann derzeit wegen einer Hüftverletzung dem Spiel nicht wie gewohnt den Stempel aufdrücken, ist läuferisch stark eingeschränkt, aber das Gespür für das Spiel hat er nicht verloren.

Der MVP der letzten Saison weiss noch immer, wann man am richtigen Ort stehen muss und das tat er am Samstag zweimal. Über seinen Gesundheitszustand und sein persönliches Handicap will Lindgren indes nicht sprechen: «Jetzt ist nicht der richtige Moment dafür. Das können wir dann nach der Saison tun.»

Und diese soll für den HC Davos nicht schon in der kommenden Woche, sondern erst Mitte April, nach einem erfolgreichen Final, zu Ende gehen. Seit diesem Samstagabend in Zug ist die Hoffnung beim Rekordmeister zurück.

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