28.11.2016 09:25

Janosch ausgebuht

War der Bachelor-Kampf manipuliert?

Janosch Nietlispach hat seinen Kickbox-WM-Titel verteidigt. Doch für viele war der Kampf eine Farce. Wirklich? 20 Minuten klärt auf.

von
Yves Schott

Begeistert klatschen die anwesenden Ladys in die Hände: Soeben hat TV-Bachelor Janosch Nietlispach (28) seinen WM-Titel im Kickboxen in der Kategorie K1 verteidigt. Technischer K.o. lautet das Verdikt der Ringrichter.

Doch aus dem Publikum sind auch viele Buhrufe zu hören, einige Zuschauer decken den Rosenkavalier von den Rängen sogar mit nicht zitierbaren Sprüchen ein. Ex-Kandidatin Jessica antwortet provokativ mit zwei gestreckten Mittelfingern. Was ist passiert?

«Eine offensichtliche Schiebung»

In den ersten zwei Runden des Kampfs gegen Danut Hurduc (26) muss Janosch an diesem Samstagabend in der Berner Wankdorfhalle ziemlich unten durch. Der Rumäne teilt pausenlos aus, wirkt aggressiver und zielstrebiger. Zweimal wird der Bachelor angezählt, liegt sogar mal am Boden.

Und doch steht er am Schluss als strahlender Sieger da. Weil er Hurduc in Runde drei mit seinem Knie eine tiefe Platzwunde oberhalb des linken Auges verpasst, entscheidet der anwesende Ringarzt, den Fight abzubrechen. Der Cut musste danach mit acht Stichen genäht werden. Für viele Zuschauer ist Nietlispach ein unverdienter Sieger, weil er zuvor meist in die Defensive gedrängt wurde.

«Es war offensichtlich, dass der Gegner nicht gewinnen durfte», schreibt Andreas Sulzer in einem Leser-Kommentar bei 20 Minuten. «So wird dieser Sport in den Schmutz gezogen», kommentiert User Jurij. Und Nino Berlinger meint: «Eine offensichtliche Schiebung.»

«So ist das Leben im Kampfsport»

Tatsächlich? 20 Minuten fragt bei Kickbox-Europameister Levent Liechti, der das Aufeinandertreffen live kommentiert hat, nach. «Wenn der Cut nicht gewesen wäre, hätte Hurduc gewonnen», klärt er auf. Aber: «So ist das Leben im Kampfsport.»

Der Ringarzt sei ein Deutscher gewesen, ein Mann mit viel Erfahrung, betont Liechti. Von «Schiebung» könne keine Rede sein. Wenn schon sei der entscheidende Kick von Janosch «ein Lucky Punch» gewesen.

Der Bachelor sagt dazu: «Die Schläge mit den Knien sind meine Spezialität. Damit haue ich 90 Prozent meiner Gegner um. Da kann man sich fragen, ob es wirklich ein Lucky Punch war.»

Party bis in die frühen Morgenstunden

Für die Buhrufe zeigt der 28-Jährige ein gewisses Verständnis: «Für das Publikum ist es wohl einfach enttäuschend, wenn ein Kampf auf beide Seiten kippen kann und dann wegen einer Verletzung abgebrochen werden muss. Auf diesem Niveau ist es aber selten, dass ein Fight über die volle Distanz geht.»

Am Tag nach seinem Sieg brummt Janosch denn auch etwas der Schädel: «Die Beine sind etwas müde, die Faust tut zudem etwas weh. Kopfweh habe ich auch, das könnte aber ebenso von der Party danach sein», erklärt er mit einem Augenzwinkern. Der Bachelor und seine Ladys feierten im Berner In-Club Du Théâtre bis in die frühen Morgenstunden.

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