War der Eisschutz gebrochen?
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War der Eisschutz gebrochen?

Die Notlandung einer Passagiermaschine bei München ist möglicherweise durch heraus gebrochene Eisschutzleisten an beiden Triebwerken verursacht worden.

Zu diesem Zwischenergebnis kam die Fluglinie Austrian Airlines, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA am Donnerstag berichtete. Ob dies tatsächlich zum Leistungsabfall der Triebwerke geführt habe, werde auch von der deutschen Flugunfalluntersuchung analysiert, sagte Airline-Sprecher Johannes Davoras der APA.

Warum die so genannten «Ice Impact Trays», die die Triebwerke vor dem Eindringen von Eisstücken schützen sollen, heraus gebrochen sind, sei noch nicht bekannt. «Das ist Gegenstand der laufenden Untersuchungen», sagte Davoras.

Austrian Airlines hat den Angaben zufolge inzwischen die Kontrollen verstärkt. Ausser den unmittelbar nach dem Notfall angeordneten Zusatzinspektionen an den Fokker-Maschinen seien neue Checks eingeführt worden. «Diese gehen deutlich über das vom Hersteller vorgesehene Wartungsprogramm hinaus und zielen vorrangig auf einen Befund der Eisschutzleisten ab», erklärte das Unternehmen. Die Experten der Airline würden von einem Team des Triebwerksherstellers Rolls Royce unterstützt.

Die Triebwerke der Fokker hatten am Montag in einer Höhe von 4.000 Metern plötzlich rapide an Leistung verloren. Der Pilot musste daraufhin auf einem Acker in Erding bei München notlanden. Bei dem riskanten Manöver wurde von den 32 Personen an Bord niemand ernstlich verletzt. Die Maschine soll in den kommenden Tagen geborgen werden. (dapd)

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