Aktualisiert 07.12.2010 21:34

WM-Vergabe

War die argentinische Stimme gekauft?

Die Fifa kommt nicht zur Ruhe. Ein Mitglied der Delegation von Katar hat gegenüber dem «Wall Street Journal» erklärt, sein Land habe Argentiniens Stimme für beinahe 80 Millionen Dollar kaufen wollen.

von
tog

Bei der riesigen Summe von 78,4 Millionen Dollar soll es sich um die Schulden des argentinischen Fussballverbandes AFA handeln, die laut Vorschlag von mindestens einem Delegierten von Katar getilgt werden sollten, wie der Whistleblower dem renommierten Wirtschaftsmagazin erzählte. Im Gegenzug sollte Julio Grondona, Präsident des argentinischen Fussballverbandes und Mitglied des Fifa Exekutivkomitees, dem Wüstenstaat seine Stimme für die WM 2022 geben.

Grondona selber wies alle Vorwürfe von sich und bestritt, dass sich der argentinische Fussballverband finanziell in einer derart misslichen Situation befindet: «Wieso auf aller Welt soll der Verband so hohe Schulden haben? Tatsache ist, die AFA hat einen soliden Vertrag mit der argentinischen Regierung und alles läuft ziemlich gut.»

Katars Bewerbungsvideo

Neben Katars Delegierten beschuldigte ein Whistleblower einer anderen Bewerbernation zwei Exko-Mitglieder, einem Stimmenverkauf für je 1,5 Millionen Dollar zugestimmt zu haben.

Noch vor der Wahl wurde eine Absprache zwischen Katar und Spanien/Portugal publik gemacht, die von Seiten der Asiaten nicht dementiert wurde.

Nachdem Fifa-Exekutivmitglieder von der «Sunday Times» gefilmt worden waren, wie diese ihre Stimmen zum Kauf anboten, wurden sie noch vor den Wahlen vom 2. November suspendiert. Trotz weiteren Verdachtsmomenten gegen Mitglieder des Wahlgremiums unternahm die Fifa keine weiteren Schritte.

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