Bester Schweizer Abfahrer – «War die falsche Zeit» – Hintermann hat mit Wengen-Sieg 2017 abgeschlossen
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Bester Schweizer Abfahrer «War die falsche Zeit» – Hintermann hat mit Wengen-Sieg 2017 abgeschlossen

Der Zürcher gewann vor fünf Jahren sensationell die Kombination in Wengen. Aktuell freut sich der 26-Jährige, der stärkste Schweizer Abfahrer, auf die Rennen am Lauberhorn.

von
Adrian Hunziker
(aus Wengen)
Niels Hintermann ist happy nach seinem 14. Rang im Super-G von Wengen.

Niels Hintermann ist happy nach seinem 14. Rang im Super-G von Wengen.

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Darum gehts

  • Niels Hintermann fährt als bester Schweizer Abfahrer die Rennen in Wengen.

  • Am Lauberhorn siegte der Zürcher 2017 sensationell in der Kombination.

  • Die aktuellen guten Abfahrtsresultate sind dem 26-Jährigen aber mehr wert.

Am Lauberhorn hat Niels Hintermann schon einmal einen Sieg gefeiert: Der Zürcher stand 2017 zum ersten und letzten Mal zuoberst, als er sensationell die Kombination in Wengen gewann – auch dank stets wechselnder Wetterbedingungen. Aktuell reiste der 26-Jährige mit starken Abfahrtsresultaten ans Lauberhorn. In Beaver Creek wurde er Siebter, in Val Gardena-Gröden und Bormio stand er als Dritter sogar auf dem Podest – in der Disziplinenwertung ist er als Dritter bester Schweizer und noch vor Beat Feuz (5.) klassiert. «Die beiden dritten Plätze stechen heraus, aber es stimmt schon die ganze Saison. Es ist etwas anderes, wenn man mit solchen Voraussetzungen hier anreist. Vieles fällt einem leichter», sagt Hintermann.

Ausserdem motivieren solche Platzierungen für das Heimrennen, das Highlight im Weltcup. Ja, die aktuellen Resultate sind Hintermann gar mehr wert als der Sieg von 2017. Es sei schön gewesen, damals zuoberst zu stehen, «aber es hat mit der heutigen Situation nichts mehr zu tun. Ich gehe heute ganz anders an die Rennen heran – ich fühle mich auch anders», sagt Hintermann.

Er sei weiter, fahre anders Ski, ist der Zürcher, der neben dem Skisport noch ein Studium absolviert, überzeugt. Rückblickend sagt er: «Es war die falsche Zeit für diesen Sieg, ich konnte es lange nicht richtig realisieren. Menschlich und athletisch war ich nicht bereit für so etwasDeshalb geht er die Lauberhorn-Rennen so an wie die letzten vier Abfahrten – und nicht so wie 2017.

Es heisst Energie einteilen

Neben den beiden Abfahrten am Freitag (verkürzt) und Samstag (Originalstrecke) absolvierte Hintermann auch den Super-G am Donnerstag. Dort bestätigte der 26-Jährige seine gute Form und wurde 14. Zusammen mit den Abfahrtstrainings von Dienstag und Mittwoch absolvieren die Speedfahrer damit ein Mammutprogramm – da heisst es, die Kräfte einzuteilen, vor allem, da kommende Woche noch die Rennen in Kitzbühel anstehen.

«Man muss die nächsten zwei Wochen sehr clever angehen. Man muss die Zeit, die man hat, um sich zu erholen, am Nachmittag gut nutzen. Im Konditionsbereich und in den offiziellen Trainings darf ich nicht übertreiben. Man muss mit einem Plan, wie man Energie sparen kann, herangehen», sagt Hintermann. Er habe in den beiden Trainings deshalb nie voll durchgezogen.

Nun stehen die beiden Abfahrten an, zwei Highlights für den Zürcher. Er beschreibt die Eigenheiten am Lauberhorn so: «Wengen ist von ganz oben bis ganz unten etwas Spezielles. Es sind verschiedene Fähigkeiten gefragt: Oben Vollgas geben in der Hocke, richtig bolzen. Dann kommen die filigran technischen Kurven und unten ist es ein Mix aus beidem. Man muss es gut treffen von der Technik, aber auch von der Aerodynamik her. Das macht diese Strecke so speziell: Man braucht so viel Verschiedenes und muss das aufteilen auf 2,5 Minuten.» Hintermann kennt sich bestens aus; nun will der aktuell beste Schweizer Abfahrer auch in der Original-Lauberhorn-Abfahrt um den Sieg mitreden – diesen könnte er sicher mehr geniessen als noch 2017.

Rückblick: Niels Hintermann ist sichtlich happy nach seinem Kombi-Sensationssieg 2017.

20 Minuten

Das Programm

  • Freitag, 14. Januar: Lauberhornabfahrt I (verkürzt) 12.30 Uhr

  • Samstag, 15. Januar: Lauberhornabfahrt II (Original) 12.30 Uhr

  • Sonntag, 16. Januar: Slalom 10.15 und 13.30 Uhr

Alle vier Rennen kannst du auf 20min.ch live mitverfolgen. Die Wetterprognosen für die Renntage in Wengen sind hervorragend. Dank eitel Sonnenschein werden aller Voraussicht nach alle vier geplanten Rennen stattfinden können.

Im ersten Abfahrtstraining am Dienstag fuhren vier Schweizer in die Top 10. Hinter dem Italiener Christof Innerhofer wurden Stefan Rogentin Zweiter und Beat Feuz Dritter. Niels Hintermann fuhr auf Rang acht, Carlo Janka auf neun. Marco Odermatt verlor als 45. fast fünf Sekunden auf Innerhofer.

Am Mittwoch war Hintermann im zweiten und letzten Training als Fünfter schnellster Schweizer. Rogentin wurde Achter und Odermatt Zehnter. Feuz nahm es etwas lockerer und kam als 30. ins Ziel. Die schnellste Zeit fuhr der Österreicher Max Franz. (hua)

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