Mordfall Ganterschwil: War es Eifersucht im Rotlicht-Milieu?
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Mordfall GanterschwilWar es Eifersucht im Rotlicht-Milieu?

Über das Opfer von Ganterschwil werden neue Details bekannt. Der erschossene Slowake hatte mit seiner Partnerin eine Kontaktbar betrieben.

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rar
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Wo früher der rote Audi A1 von M. R. stand, steht jetzt ein grüner Renault ...

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Leser-Reporter/RAR
... der von einem der mutmasslichen Täter, dem 29-jährigen Mazedonier F.S.*, gekauft wurde.

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ZVG
Die Ermittler am Tatort in Ganterschwil. Am Mittwoch, 9. September 2015, wurde hier auf einem offenen Feld der 36-jährige Slowake A.V. erschossen.

Die Ermittler am Tatort in Ganterschwil. Am Mittwoch, 9. September 2015, wurde hier auf einem offenen Feld der 36-jährige Slowake A.V. erschossen.

Newspictures

Wie ein Informant gegenüber 20 Minuten sagt, waren der ermordete Slowake A. V.* und seine Partnerin in der Ostschweizer Rotlicht-Szene keine Unbekannten: «Die zwei haben eine Zeit lang die Kontaktbar Herz in St. Gallen geführt und geschäfteten dort vor allem mit Leuten aus dem Osten.» Doch die beiden hatten kein glückliches Händchen: Diesen August ging das gemeinsame Unternehmen des Paares, das den Betrieb von Gastro- und Erotiklokalen zum Zweck hatte, in Konkurs. Offenbar haben die beiden beträchtliche Schulden angehäuft.

Ein St.Galler Milieu-Kenner war Anfang Jahr einige Male im Herz zu Besuch und fand die Atmosphäre dort nicht eben prickelnd: «Die Betreiber haben damit geworben, dass im Lokal immer zehn Damen anwesend seien», so der Mann. Stattdessen seien jeweils etwa drei Damen da gewesen und mindestens ebenso viele Zuhälter aus dem Osten: «Ein echter Ablöscher.»

Opfer soll in U-Haft gewesen sein

In einem Rorschacher Nachtclub, in dem die Freundin des Opfers gearbeitet hat, erzählte ein Gast: «A.V. wurde doch erst kürzlich aus der U-Haft entlassen.» Auch in Ganterschwil glauben mehrere Leute zu wissen, dass der 36-jährige Slowake in Haft gewesen sei und erst wenige Tage vor seiner Ermordung freigelassen wurde. Warum er verhaftet wurde, ist nicht bekannt.

Im Umfeld des Paares wird spekuliert, ob beim verhafteten Mazedonier Eifersucht im Spiel war. «A.V.s* Partnerin hat sich immer wieder mit anderen Männern abgegeben, auch mit dem mutmasslichen Täter», so der Gast. Immer wieder seien Männer im Klub aufgetaucht, denen sich die 38-jährige Frau an den Hals geworfen habe, unter ihnen auch der verhaftete Mazedonier.

Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen

Zu den genauen Hintergründen der Tat und dem Motiv schweigen die Untersuchungsbehörden, ebenso zur Identität der beiden verhafteten, der Tat verdächtigten Männer.

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